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2019-2
Partizipation – Basis für den Frieden

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Call for Papers: Atomwaffen – Ein Schrecken ohne Ende?

W&F-Redaktion

Die Vierteljahreszeitschrift »Wissenschaft und Frieden« wird sich im Schwerpunkt des Heftes 1/2020 mit dem Thema Atomwaffen befassen. Der Arbeitstitel des Heftes lautet »Atomwaffen – Ein Schrecken ohne Ende?«.

Die W&F-Redaktion bittet bis 31. Juli 2019 um Einreichung kurz skizzierter Artikelvorschläge (max. 2.000 Zeichen).

Nach dem Ende des Kalten Krieges und der nuklearen Hochrüstung waren Atomwaffen in der Öffentlichkeit vor allem dann ein Aufregerthema, wenn es um die vermeintlichen Ambitionen Irans oder um die Raketen- und Atomwaffentests in Nordkorea ging. In jüngerer Zeit fanden Meldungen über die Pläne Russlands und der USA zur nuklearen Aufrüstung und die Kündigungen des Iran-Abkommens sowie des INF-Vertrags durch die USA Aufmerksamkeit. Der Friedensnobelpreis an die International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) wurde wohlwollend aufgenommen, der »Vertrag für das Verbot von Kernwaffen« – das Ergebnis von ICANs Kampagne – wird aber wenig beachtet, da die Atomwaffenstaaten und die NATO den Beitritt kategorisch ablehnen.

Was in der öffentlichen Debatte gänzlich fehlt, ist ein Gespür für die Gefahren, die von den aktuell knapp 15.000 Atomwaffen in den Arsenalen der neun Atomwaffenstaaten ausgehen. Mit der Entwicklung und Stationierung präziserer, schnellerer, immer weiter reichender Trägersysteme und vermeintlich »einsetzbarer« Sprengköpfe erhöht sich das Risiko, dass Atomwaffen absichtlich oder aufgrund von Fehleinschätzungen zum Einsatz kommen – mit furchtbaren Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Klima.

Dabei ist das Wissen um die inakzeptablen Folgen von Atomwaffen so alt wie das Atomzeitalter. Im Januar 1946, wenige Monate nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki, verabschiedete die Generalversammlung der neu gegründeten Vereinten Nationen ihre erste Resolution, in der es um die Probleme aus der Entdeckung der Atomenergie und die Notwendigkeit der vollständiger Abschaffung von Atomwaffen ging. 1970 trat der Nichtverbreitungsvertrag in Kraft, der die Verbreitung von Atomwaffen in immer mehr Länder verhindern sollte, gleichzeitig die Atomwaffenstaaten aber zu Verhandlungen über die vollständige Abrüstung ihrer Arsenale verpflichtete. Nach etlichen Jahrzehnten bilateraler Verträge der USA und der Sowjetunion bzw. Russlands zur Reduktion ihrer irrwitzig großen Atomwaffenbestände droht mit dem Auslaufen des Neuen START-Vertrags 2021 das Ende jeglicher nuklearer Abrüstung und Rüstungskontrolle.

In W&F 1/2020 sollen möglichst vielfältige Aspekte des Themas Atomwaffen beleuchtet werden. Entsprechend dem Profil der Zeitschrift (interund multidisziplinäre Schnittstelle zwischen Wissenschaft, kritischer Öffentlichkeit und Politik) können aus allen wissenschaftlichen Disziplinen Vorschläge eingereicht werden. Wichtig ist ein für alle Leser*innen verständlicher Schreibstil.

Vorschläge sind bis 31. Juli 2019 an die W&F-Redakteurin Regina Hagen zu senden (redaktion@wissenschaft-und-frieden.de).
Nach Auswahl durch die Gesamtredaktion sollen die Skizzen bis 6. Dezember 2019 zu Beiträgen im Umfang von 15.500 Zeichen (drei Druckseiten) ausgearbeitet werden.

Wir sind gespannt auf Ihre Artikelideen!
Ihre W&F-Redaktion

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2019-2 Partizipation – Basis für den Frieden

W&F 2-2019 nimmt sich mit dem Schwerpunkt »Partizipation« eines Themas an, das als wichtige Stellschraube für den Frieden angesehen werden muss. Ohne die Teilhabe des Einzelnen können der Aufbau und die Wahrung des Friedens nicht realisiert werden. Deswegen untersuchen die Autor*innen in diesem Heft die Bedeutung von Teilhabeprozessen für den Frieden, beleuchten unterschiedliche Formen der Teilhabe und fragen, welche Dinge, Personen, Systeme und Gegebenheiten Partizipation ermöglichen oder erschweren bzw. verhindern.

Außerhalb des Schwerpunkts geht es um die besonderen Auswirkungen von Atomwaffen auf Frauen, um Drohneneinsätze im Jemen und um die Militärseelsorge.

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Dossier 88

Verifikation nuklearer Abrüstung

 Verifikation nuklearer Abrüstung

Die nukleare Rüstungskontrolle und Abrüstung sind in eine schwere Krise geraten. Diese Krise zu lösen und Rüstungskontrolle zu erhalten wird schwer genug; um darüber hinaus zukünftig bedeutende Reduktionen nuklearer Arsenale zu erreichen, sind u.a. neue Verifikationsverfahren und -vereinbarungen notwendig, die geeignet sind, reale Abrüstung zuverlässig zu überprüfen. W&F-Dossier 88, »Verifikation nuklearer Abrüstung« beleuchtet das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln.

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Gastkommentar

zum Artikel Wir haben die Wahl

Martina Fischer
Gastkommentar

Ende Mai werden die EU-Bürger*innen ein neues Parlament wählen. Sie sollten die Kandidat*innen sorgfältig auswählen. Nicht nur für den inneren Zusammenhalt, sondern auch für die Friedenspolitik steht viel auf dem Spiel. Werden zukünftig die zivilen Stärken der EU als Brückenbauerin, als wirtschaftliche und entwicklungspolitische Kooperationspartnerin ausgebaut, oder wird stattdessen außenpolitisch vermehrt auf militärische Stärke gesetzt und die Rüstungsindustrie subventioniert? Die Europäische Union war in den vergangenen Jahrzehnten ein wichtiger Referenzrahmen für Menschen, die sich im Globalen Süden für Entwicklung, Frieden und Menschenrechte engagieren, nicht zuletzt, weil sie sich jenseits nationaler Interessen entwicklungspolitisch engagierte und Instrumente für die Förderung von Zivilgesellschaft bereitstellte. Dieses Image darf nicht zur leeren Worthülse werden.

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In der aktuellen Ausgabe

zum Artikel „Nicht ohne uns!“

Der partizipative Friedensprozess in Kolumbien

María Cárdenas

Am 4. September 2012 begannen in Kolumbien die Friedensverhandlungen zwischen der Regierung unter Juan Manuel Santos und der Guerilla FARC-EP, die 2016 abgeschlossen wurden. In diesen Jahren und bis heute beteiligt(e) sich die Zivilgesellschaft auf vielfältige Weise an der Aushandlung und Umsetzung des Abkommens. Der Artikel zeigt die Etappen der zivilgesellschaftlichen Partizipation auf und beschreibt die Hindernisse, denen die friedensorientierte Zivilgesellschaft dabei begegnet(e), aber auch ihre Erfolge. Eine stärkere Partizipation bietet leider nicht nur das Potential für einen inklusiveren Frieden, sondern öffnet auch denen die Tür, die das verhindern möchten.

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zum Artikel Partizipation der Friedensbewegung

Radikal und pragmatisch

Ulrich Wohland

Die Einflussmöglichkeiten der Friedensbewegung in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts scheinen bisweilen gering. Der Autor plädiert für einen optimistischeren Blick. Mit ihrer radikalen Opposition zum herrschenden Umgang mit Krieg und Waffen hat die Friedensbewegung eine starke Vision. Wenn sie, die Vision einer friedlichen Welt fest im Blick, pragmatisch die Partizipation an politischen Entscheidungsprozessen einfordert, kann sie viel erreichen. Ohne eine solche Teilhabe gibt es keinen Wandel, und ohne radikale Positionen und entsprechende Aktionen gibt es keine solche Teilhabe. Der Artikel zeigt, wie sich beides verbinden lässt.

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zum Artikel Frauen sind besonders betroffen

Geschlechtsspezifische Auswirkungen atomarer Strahlung

John Borrie et al.

Ionisierende Strahlung,1 die bei einem Einsatz von Atomwaffen– auch vermeintlich »kleinen« und «präzisen« –, bei atmosphärischen Atomwaffentests sowie bei AKW-Unfällen freigesetzt wird, hat für die überlebenden Frauen und Männer unterschiedliche Folgen. Die geschlechtsspezifischen Auswirkungen von Atomwaffendetonationen und weitere genderbezogene Aspekte der nuklearen Rüstung und Abrüstung wurden im Kontext der internationalen Diskussion um die humanitären Folgen eines Atomwaffeneinsatzes immer wieder diskutiert. Auch bei den darauffolgenden Verhandlungen über ein Verbot von Atomwaffen spielte das Thema eine Rolle und wurde schließlich in der Präambel des »Vertrags über das Verbot von Kernwaffen» aufgegriffen.2Im Herbst 2016 veröffentlichten im Kontext dieser Diskussionen zwei Forschungsinstitute (siehe Hinweise zu den Autor*innen am Textende) die Studie » Gender, Development and Nuclear Weapons – Shared goals, shared concerns«, die sich gezielt mit den frauenspezifischen Auswirkungen ionisierender Strahlung befasst. W&F dokumentiert aus dieser Studie das Kapitel 3, »The gendered impact of nuclear weapon detonations«, leicht gekürzt und ohne Fußnoten. Die englischsprachige Studie steht unter unidir.org und ilpi.org zum Download.

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