in Wissenschaft & Frieden 2015-3: Friedensverhandlungen, Seite 52–54

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Aus dem Herausgeberkreis

von W&F-Herausgeberkreis

30. FIfF-Konferenz und Perspektiven des Datenschutzes

FIfF-Kommunikation 1/2015 und 2/2015

Das erste Quartalsheft 2015 der FIfF-Kommunikation dokumentiert die 30. FIfF-Konferenz im November 2014 – berichtet wurde über die Konferenz bereits in W&F 1-2015. »Der Fall des Geheimen – Ein Blick unter den eigenen Teppich«: Dies war der Titel und auch das Ziel der Tagung, bei der eine Reihe kompetenter und prominenter Referentinnen und Referenten versuchten, die Beteiligung deutscher Dienste an der Überwachung zu beschreiben und zu verstehen. Die Zusammenfassungen ihrer Beiträge zur Konferenz, die vom Organisationsteam aufgezeichnet wurden, bilden den Schwerpunkt der FIfF-Kommunikation 1/2015. Sie dokumentieren, wie auch von Deutschland aus bedenkenlos die Überwachung und somit ein Bruch der Menschenrechte unterstützt und vorangetrieben wird.

Wenig in der Öffentlichkeit thematisiert, und dennoch in engem Zusammenhang mit geheimdienstlichem Wirken stehen Aktivitäten der Militärs im Cyberspace. Auch in diesem Heft ist der Kampagne »Cyberpeace« des FIfF, die politischen Druck gegen das Aufrüsten im Cyberspace aufzubauen versucht, wieder Raum gewidmet, ebenso im nachfolgenden Heft. Ein weiteres Thema der FIfF-Kommunikation 1/2015 sind die so genannten Freihandelsabkommen, wie TTIP, und ihre zu erwartenden Negativfolgen für den Datenschutz.

Dem Datenschutz und seinen Perspektiven ist die FIfF-Kommunikation 2/2015 gewidmet. Obwohl der Datenschutz in Deutschland quasi Verfassungsrang hat, steht er unter Druck. Geschäftsmodelle, die auf der Nutzung privater Daten aufbauen, und die Ausspähung der Bevölkerung durch Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden werden durch einen starken Datenschutz behindert. In unserem Schwerpunkt stellt der thüringische Datenschutzbeauftragte, Lutz Hasse, seine Perspektiven auf den Datenschutz dar. Weitere Beiträge werfen unter anderem einen kritischen Blick auf das Konzept »Datenschutz by Design«, stellen die Risiken des Internet-Profiling dar und thematisieren den Datenschutz im Zusammenhang mit Menschenhandel.

Datenschutz und Geheimdienste standen auch wieder im Mittelpunkt der diesjährigen BigBrotherAwards, unserem zweiten Schwerpunkt. Ausgezeichnet mit diesem Negativpreis wurden unter anderem Mattels lauschende »Hello Barbie«, Amazon, BND, Innenminister und Gesundheitsministerium. Das Ereignis-Log hält wichtige Ereignisse, Störungen und Probleme der digitalen Gesellschaft im zurückliegenden Halbjahr fest.

Inhaltliche Anfragen richten Sie bitte an die Redaktion redaktion@fiff.de. Ein Rezensionsexemplar senden wir Ihnen auf Anfrage an fiff@fiff.de gerne zu. Auf unserer Webseite fiff.de/fk finden Sie weitere Informationen zur aktuellen Ausgabe und zu vorangegangenen Heften sowie eine Auswahl der Beiträge online.

Bericht des FFP 2014/15

Vorstandsbericht des Forum Friedenspsychologie

Im Berichtszeitraum 19.6.2014-18.6.2015 hat der Verein in vielfältiger Weise zur Bereitstellung und Verbreitung von psychologischen Kenntnissen zur Reduktion von Konflikten, Friedenssicherung, Abrüstung und Völkerverständigung beigetragen.

Jahrestagung

Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit war die Durchführung der federführend von unserem Mitglied Prof. Dr. Wolfgang Frindte organisierten 27. Jahrestagung Friedenspsychologie vom 19.-21.6.2014 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, unter Schirmherrschaft der Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit und in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Rechtsextremismus der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Tagung »Mediation und Konfliktmanagement in sozialen Konflikten« wurde durch zahlreiche Förderer aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft finanziell unterstützt (u.a. Deutsche Stiftung Friedensforschung, Ernst-Abbe-Stiftung, Heidehof Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V. und KoKont – Koordinierungs- und Kontaktstelle).

Unter dem Titel »Nationalsozialistischer Untergrund, Rechtsextremismus und aktuelle Beiträge der Friedenspsychologie« trafen 105 Teilnehmer/innen aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Presse, Polizei und Praxis zusammen und debattierten Konsequenzen des Rechtsterrorismus, aktuelle Entwicklungen der Rechtsextremismusforschung und Beiträge der Friedenspsychologie. An fünf öffentlichen Veranstaltungen nahmen außerdem jeweils zwischen 150 und 200 Bürgerinnen und Bürger teil. Die Presse berichtete ausführlich vom Verlauf der Tagung.

Mit der Tagung verfolgten die Organisator/innen folgende Ziele:

Neben öffentlichen Hauptvorträgen von Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung), Patrick Gensing (freier Publizist) und Prof. Dr. Kurt Möller (Hochschule Esslingen) fanden zwei Podiumsdiskussionen mit Mitgliedern des Thüringer Untersuchungsausschusses zur Aufarbeitung des NSU bzw. mit Experten des Kompetenzzentrum Rechtsextremismus der Friedrich-Schiller-Universität Jena und weiteren externen Forschern sowie neun wissenschaftliche Panels statt. Das Themenspektrum reichte dabei von theoretischen Betrachtungen des Rechtsextremismusbegriffs über biografische Analysen der NSU-Mitglieder bis hin zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema. Dementsprechend setzte die Tagung einen wichtigen Impuls, der zum Austausch zwischen Psycholog/innen, Kommunikationswissenschaftler/innen, Soziolog/innen, Linguist/innen und Politikwissenschaftler/innen anriet. Zudem erhielten neben etablierten Forscher/innen auch Nachwuchswissenschaftler/innen hier eine Bühne, um frische Ideen und neue Forschungsprojekte vorzustellen.

Ein weiterer Höhepunkt der Tagung war die Verleihung des Gert-Sommer-Preises an Dr. Nicole Haußecker (Friedrich-Schiller-Universität Jena) für ihre Dissertation »Zur Inszenierung von Terrorismus in Fernsehnachrichten – visuelles Framing und emotionale Wirkung« und der anschließende Vortrag der Preisträgerin.

Abgerundet wurde die Tagung durch die Ausstellung »Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen«, die die Biografien und das Umfeld der zehn bisher bekannten NSU-Opfer von Enver Þimþek bis Michèle Kiesewetter näher beleuchtet. Die Ausstellung wurde von Birgit Mair im Auftrag des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung e.V. Nürnberg erarbeitet und in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen gezeigt.

Wissenschaft & Frieden

Im Berichtzeitraum war ein weiterer Arbeitsschwerpunkt die Mitarbeit bei der Zeitschrift »Wissenschaft und Frieden« (W&F), die von unserem Verein zusammen mit neun weiteren Organisationen herausgegeben wird und die die größte deutschsprachige friedenswissenschaftliche Zeitschrift ist. Unser Verein wurde bis April 2014 von unserem Vereinsmitglied Larissa Schroeder in der Redaktion vertreten. Der vormalige Vorsitzende des FFP, Prof. Dr. Klaus Boehnke, betreut weiterhin die Nachrichten aus dem Verein und vertritt das Forum Friedenspsychologie im Vorstand von W&F. Unsere Mitglieder Prof. Dr. Wilhelm Kempf (Konstanz), Prof. Dr. Albert Fuchs (Meckenheim), unser Ehrenvorsitzender Prof. Dr. Gert Sommer (Marburg) und Wolfgang Frindte unterstützen weiterhin die Arbeit von W&F durch ihre Mitgliedschaft im Beirat der Zeitschrift.

Gert-Sommer-Preis

Im Berichtsjahr hat das Forum Friedenspsychologie zum neunten Mal den Gert-Sommer-Preis für friedenspsychologische akademische Qualifizierungs- bzw. Abschlussarbeiten ausgeschrieben. Die Dotierung wurde in diesem Jahr von 500 Euro auf 1.000 Euro erhöht, aber es gab nur zwei Einreichungen (eine Masterarbeit in Public Administration/Police Management und eine Dissertation). Der als Jury fungierende Vorstand des FFP entschied, den Preis 2015 nicht zu vergeben aufgrund der geringen Anzahl der eingesendeten Arbeiten, die beide nicht vorbehaltlos überzeugen konnten.

Webpräsenz und Mailingliste

Der Vorsitzende Prof. Dr. Christopher Cohrs (Bremen) betreute im Berichtsjahr zunächst weiterhin die Website des Forums Friedenspsychologie (friedenspsychologie. de), die im Berichtszeitraum ca. 4.800 Male besucht wurde (Vorjahreszeitraum: ca. 3.000 Aufrufe). Im Juni 2015 wurde eine neue Webseite gestartet, die vom Vereinsmitglied Pia Lamberty (Köln) entwickelt wurde und sich durch ein einfacheres, übersichtliches Design auszeichnet und leichter von mehreren Personen gepflegt werden kann. Die neue Webseite enthält zusätzlich eine eigenständige Rubrik »Nachwuchs«, die u.a. eine sich im Aufbau befindende Liste von Masterprogrammen mit friedenspsychologischem Bezug beinhaltet.

Seit dem 23.6.2014 besteht außerdem eine Friedenspsychologie-Nachwuchsgruppe auf Facebook, die dem Austausch von Interessierten an friedenspsychologischen Fragestellungen dienen soll (facebook.com/groups/friedenspsychologie/). Die Gruppe hat zurzeit 310 Mitglieder (Stand: 9.6.2015). Sie wird von den Mitgliedern des Forums Friedenspsychologie Pia Lamberty, Annerose Nisser, Anette Guba und Nico Dietrich organisiert, ist aber für alle offen, die sich mit Fragen von Frieden, Konflikt, Gewalt und Krieg befassen oder befassen möchten. In der Gruppe finden inhaltliche Diskussionen statt und es werden Praktikums- oder Jobangebote gepostet und Fragen zu eigenen Abschlussarbeiten/Dissertationen erörtert. Die Moderator/innen sind über die E-Mail-Adresse nachwuchs@friedenspsychologie.de erreichbar.

Daneben moderierte Dr. Jost Stellmacher (Marburg) auch im Berichtsjahr weiterhin die Mailing-Liste »Friedenspsychologie« (friedenspsychologie@lists.uni-marburg.de), in die man sich auf dem Wege einer E-Mail-Nachricht an Jost Stellmacher (stellmac@staff.uni-marburg.de) eintragen lassen kann. Die Mailingliste hat derzeit 144 Mitglieder (Stand: 10.6.2015). Sie wird in erster Linie zur Weitergabe friedenspsychologisch und friedenspolitisch relevanter Informationen genutzt.

Der von Christopher Cohrs und Gert Sommer im Februar 2014 erstellte Wikipedia-Eintrag »Friedenspsychologie« ist neben den englisch- und spanisch-sprachigen Versionen durch die Hilfe von Dr. Siew Fang Law (Victoria University, Melbourne, Australia) nun auch in chinesischer Sprache verfügbar.

Externe Mitgliedschaften

Klaus Boehnke und Christopher Cohrs haben ihre Mitarbeit als Senior Advisor bzw. Mitglied im Committee for the Psychological Study of Peace (CPSP) fortgesetzt. Klaus Boehnke besuchte in dieser Funktion das 14. Symposium on the Contributions of Psychology to Peace, das unter dem Titel »Engaging Invited and Invented Spaces for Peace« vom 28.5.-4.6.2015 in Südafrika (Johannesburg und Pretoria) stattfand. Christopher Cohrs hat zu den Arbeitsgruppen »Peace Psychology Worldwide« und »Development of Peace Psychology Programs in Universities Worldwide« auf dem 28. International Congress of Psychology vom 8.-13.7.2014 in Paris beigetragen.

Herausgebertätigkeiten

Klaus Boehnke ist weiterhin im Beirat der im Nomos-Verlag erscheinenden »Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung« tätig. Wilhelm Kempf ist weiterhin Herausgeber der Fachzeitschrift »conflict and communication online« (cco.regener-online.de). Auch gibt er weiterhin zusammen mit Wolfgang Frindte die Buchreihe »Demokratie- und Friedenspsychologie« heraus (verlag irena regener, Berlin), in der im Mai 2015 sein Buch »Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee: Eine Spurensuche« erschien. Christopher Cohrs setzte im Berichtsjahr seine Tätigkeit als Editor der Fachzeitschrift »Journal of Social and Political Psychology« fort, in der im Berichtszeitraum wieder mehrere friedenspsychologisch orientierten Beiträge publiziert wurden, insbesondere im Rahmen der »Special Thematic Section« über »20 Years after Genocide: Psychology’s Role in Reconciliation and Reconstruction in Rwanda« (Gastherausgeber: Craig McGarty) (jspp.psychopen .eu/issue/view/2). Auch gibt er weiterhin zusammen mit Prof. Dr. Andreas Zick, Bielefeld, die Buchreihe »Politische Psychologie« heraus (Springer VS, Wiesbaden), in der 2014 zwei Bände erschienen: »Zur Inszenierung von Terrorismus in Fernsehnachrichten: Visuelles Framing in der Terrorismusberichterstattung und emotionale Reaktionen« (von Nicole Haußecker, mit dem Gert-Sommer-Preis ausgezeichnet) und »Youths Trapped in Prejudice: Hungarian Adolescents’ Attitudes towards the Roma« (von Dr. Luca Váradi).

Der Verein hat außerdem in weiteren Publikationen, Vorträgen, Interviews und Leserbriefen zur Verbreitung psychologischer Erkenntnisse zur konstruktiven Konfliktbearbeitung, Friedenssicherung und Völkerverständigung beigetragen.

Allgemeines

[…]Es ist besonders zu würdigen, dass unsere Gruppierung seit nunmehr 33 Jahren besteht (1982 gegründet, seit 1986 e.V.) und dass wir seit 27 Jahren kontinuierlich jährliche Fachtagungen veranstalten.

Prof. Dr. Christopher Cohrs (Vorsitzender)

Ringvorlesung »Konflikte in Gegenwart und Zukunft«

Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg, WS 2015/16

Datum Referent_in Vortragsthema
19.10.2015 Dr. Ulrike Krause (Marburg) Die Krise des globalen Flüchtlingsschutzregimes
26.10.2015 Prof. Dr. Jürgen Bast (Gießen) Die Europäisierung des Flüchtlingsrechts: Bilanz und Perspektiven
02.11.2015 Dipl.-Päd. Julia Störmer (Marburg) Das Asylverfahren – Menschen im Wartezustand?
09.11.2015 Fabian Georgi (Marburg) Die Festung Europa (Arbeitstitel)
16.11.2015 Melanie Hartmann (Marburg) Raumsoziologische Überlegungen zu Flüchtlingsunterkünften in Deutschland
30.11.2015 Susanne Hassel (Berlin) Kinder in Flüchtlingslagern – und nun? Der Schutz von Flüchtlingskindern aus einer menschenrechtlichen Perspektive
07.12.2015 Björn Gemmer und Bernd Holly (Marburg) Abitur-Projekt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (Arbeitstitel)
14.12.2015 Dr. Gisela Notz (Berlin) Flucht – Race – Gender (Arbeitstitel)
18.01.2016 Prof. Dr. Ulrich Wagner (Marburg) Akzeptanz und Ablehnung von Flüchtlingen in Politik und Psyche (Arbeitstitel)
25.01.2016 Christian Meineke (Marburg) Situation von Flüchtlingen in Marburg (Arbeitstitel)
01.02.2016 Sophia Wirsching (Berlin) Staatenlosigkeit und die weitreichenden Folgen am Beispiel des Syrienkonflikts
08.02.2016 Dr. Dr. Dipl.-Psych. Ricarda Nater-Mewes (Marburg) Psychische Belastung durch Fluchterfahrung – Ein Erfahrungsbericht aus der ­ klinischen Psychologie
15.02.2016 Ringvorlesungsteam Flüchtlinge in Marburg-Cappel

in Wissenschaft & Frieden 2015-3: Friedensverhandlungen, Seite 52–54

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