in Wissenschaft & Frieden 2015-1: Afrika, Seite 52–53

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Lehre vernetzen – Lehre verbessern

Jahrestagung des AK Curriculum der AFK, 6.-8. November 2014, Tübingen

von Hendrik Burmester

Wie kann die Lehre in der Friedens- und Konfliktforschung die Möglichkeiten, die sich durch den technischen Fortschritt der letzten zehn Jahre ergeben haben, nutzen? Welche Bedürfnisse haben die Studierenden der Friedens- und Konfliktforschung? Wie lassen sich Friedens- und Konfliktforschung und Friedenspraxis näher zusammenbringen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich der AK Curriculum der AFK auf seiner Jahrestagung »Lehre vernetzen – Lehre verbessern«, die im November 2014 in Tübingen in den Räumen der Berghof Foundation stattfand. Es nahmen 20 Teilnehmer/innen an der Jahrestagung teil, die auch dieses Jahr durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung gefördert wurde.

Der AK Curriculum der AFK hat sich zum Ziel gesetzt, dass sich die Lehrenden der Friedens- und Konfliktforschung besser vernetzen können. Diese Vernetzung bietet die Grundlage für eine Verbesserung der Lehre und für die Entwicklung gemeinsamer Angebote für Studierende der Friedens- und Konfliktforschung, die einzelne Studiengänge alleine nicht oder nur eingeschränkt anbieten könnten.

Der inhaltlich größte Anteil der Jahrestagung 2014 beschäftigte sich unter den Stichwörtern »e-learning« und »inverted classroom« mit der Frage, wie die inzwischen sehr ausgereiften und dadurch kostengünstigen Möglichkeiten von Onlinetools, Internetplattformen, Smartphones und Tablets sinnvoll in die Lehre integriert werden können. Caroline Kärger (Universität Duisburg-Essen) stellte die Zwischenergebnisse eines Projektes zum »inverted classroom« vor. Inhalt dieses Projektes ist es, eine Vorlesung so umzugestalten, dass sich die Studierenden durch Onlinephasen zwischen den Sitzungen bereits Wissen aneignen, auf das in der Vorlesung zurückgegriffen werden kann. Dazu gehört auch, dass es in jeder Vorlesung Elemente gibt, in denen die Studierenden auf ihren Smartphones oder Tablets kleine Aufgaben bearbeiten und sich so aktiv an der Vorlesung beteiligen können.

Eine eintägige didaktische Weiterbildung, die von Claudia Bremer (Universität Frankfurt) zum Thema »e-learning und Blended-Learning-Szenarien in der friedenswissenschaftlichen Hochschullehre« durchgeführt wurde, zeigte den Teilnehmenden ein weites Feld von Möglichkeiten auf, wie Onlineangebote in die Lehre integriert werden können. Dabei konnten die bisherigen Erfahrungen aus der Lehre eingeordnet und reflektiert werden. Gleichzeitig wurde erarbeitet, auf welche Weise »e-learning« didaktisch sinnvoll eingesetzt werden kann, um die Lernprozesse der Studierenden zu strukturieren und erfolgreicher zu machen.

Ein Novum dieses Jahrestreffens war die direkte Einbindung der Studierendenperspektive durch einen Beitrag von Studierenden der Universität Frankfurt, die die Ergebnisse der ersten Konferenz zur Vernetzung der Studierenden der Friedens- und Konfliktforschung vorstellten und mit den Anwesenden diskutierten. Darüber hinaus wurde der 2012 erstmals durchgeführte Praxisworkshop für Studierende der Friedens- und Konfliktforschung reflektiert, um wichtige Lehren für die Neuauflage 2015 zu ziehen.

Die Teilnehmenden befassten sich außerdem mit der Frage, welche neuen Initiativen aus ihrer Sicht sinnvoll wären. In diesem Zusammenhang wurde beschlossen, einen Internetblog zur Didaktik in der Friedens- und Konfliktforschung einzurichten und zu eruieren, ob es gemeinsam entwickelte, digitale Lehrmaterialien für die Einführung in die Konfliktanalyse geben sollte. Darüber hinaus wurde diskutiert, wie in der Lehre neuen Herausforderungen für die Friedens- und Konfliktforschung begegnet werden kann.

Ein weiterer zentraler Punkt der Jahrestagung des AK Curriculum war der Austausch der Vertreter/innen der verschiedenen Friedensforschungsstudiengänge in Deutschland und Österreich über die aktuellen Zahlen zu Bewerbungen und Zulassungen und die damit verbundene Diskussion verschiedener gemeinsamer Herausforderungen, wie eine effektive Alumniarbeit und den gestiegenen Abschlussstress der Studierenden.

Die nächste Jahrestagung des AK Curriculum wird vom 19. bis 21. November 2015 stattfinden. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der AFK unter afk-web.de.

Hendrik Burmester

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