in Wissenschaft & Frieden 2014-3: Die Kraft der Künste, Seite 54–58

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Klage der Marshallinseln gegen Atomwaffenstaaten

IALANA unterstützt die Klage vor dem IGH

Die Republik der Marshallinseln leitete am 24. April 2014 beim Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag Klageverfahren gegen jeden der neun Atomwaffenstaaten USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea ein. Ziel ist, diese Atomwaffenstaaten vor dem Hauptrechtsprechungsorgan der Vereinten Nationen für eklatante Verletzungen des Völkerrechts zur Rechenschaft zu ziehen. Rechtliche Grundlage der Verfahren sind Art. 92 der UN-Charta und Art. 36 des IGH-Statuts sowie der Atomwaffensperrvertrag. Den Atomwaffenstaaten wird im Kern vorgeworfen, ihre Verpflichtungen zur nuklearen Abrüstung nach Art. VI des Atomwaffensperrvertrages und nach dem Völkergewohnheitsrecht bis heute nachhaltig zu verletzen.

Die internationale Juristenorganisation IALANA unterstützt diese Klagen der Marshallinseln mit einem hochrangig besetzten internationalen Expertenteam, in dem auch Vertreter der deutschen IALANA mitwirken. Das Prozessteam wird von dem niederländischen Rechtsanwalt Phon van den Biesen, Vorstandsmitglied der internationalen IALANA, zusammen mit dem Außenminister der Marshallinseln, Tony de Brum, geleitet.

Otto Jäckel, Vorsitzender der deutschen IALANA, verwies diesbezüglich auf die im Auftrag der IALANA entstandene Gemeinschaftsstudie »Völkerrechtliche Pflicht zur nuklearen Abrüstung?« (2009), die u.a. von dem Völkerrechtler und früheren Präsidenten des Internationalen Gerichtshofs, Prof. Mohammed Bedjaoui, sowie dem deutschen Bundesrichter Dr. Dieter Deiseroth erstellt und publiziert wurde.1

Die Marshallinseln sind leidgeprüfte langjährige Opfer von US-Atomwaffenversuchen. Die USA haben dort von 1946 bis 1958 insgesamt 67 Atomwaffentests durchgeführt. Die Bevölkerung des Landes hat bis heute an den gesundheitlichen und ökologischen Konsequenzen dieser Katastrophen zu tragen. Allein die Stärke des 1954 durchgeführten Atomwaffentests »Castle Bravo« war tausend Mal größer als die Bombe, die 1945 die Stadt Hiroshima zerstörte.

Der Außenminister der Marshallinseln, Tony De Brum, sagte bei der Vorstellung der Klagen: „Unsere Leute haben unter dem katastrophalen und nicht wieder gutzumachenden Schaden dieser Waffen gelitten und wir schwören, weiter zu kämpfen, damit kein anderer auf der Erde jemals diese Gräueltaten erlebt.“

Mit ihren Klagen gegen die neun Atomwaffenstaaten zielt die Republik der Marshallinseln nicht auf Schadensersatz oder Kompensationsleistungen. Vielmehr erhofft sich das Land Rechtsschutz durch Feststellungs- und Unterlassungsanträge beim IGH, um die Atomwaffenstaaten zu zwingen, ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen zu nuklearer Abrüstung endlich nachzukommen.

Der IGH stellte bereits in seinem auf Antrag der UN-Generalversammlung eingeholten Rechtsgutachten zur Völkerrechtswidrigkeit des Einsatzes und der Androhung von Atomwaffen2 im Jahre 1996 einstimmig fest: Artikel VI des Atomwaffensperrvertrags verpflichtet alle Atomwaffenstaaten, baldmöglichst konkrete Verhandlungen über eine Atomwaffenkonvention in redlicher Absicht aufzunehmen und zum frühestmöglichen Zeitpunkt zum Abschluss zu bringen, die zu einem weltweiten Verbot aller Atomwaffen unter strikter und wirksamer Kontrolle führen. Die fünf ursprünglichen Nuklearmächte USA, Russland, Frankreich, das Vereinigte Königreich und China sind Vertragsparteien des Atomwaffensperrvertrages, der 1968 abgeschlossen wurde und 1970 in Kraft trat. Sie ignorieren jedoch bis heute diese Verpflichtungen. Die vier weiteren Atomwaffenstaaten – Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea – sind zwar nicht Vertragsparteien des Abkommens, sind aber nach dem Völkergewohnheitsrecht in entsprechender Weise verpflichtet.

Drei der neun Staaten – Großbritannien, Indien und Pakistan – haben sich bereits vor Jahren der obligatorischen Gerichtsbarkeit des IGH gemäß Art. 36 Abs. 2 des IGH-Statuts generell für den Fall unterworfen, dass der Prozessgegner dies ebenfalls getan hat, und dies ist bei den Marshallinseln der Fall. Was die restlichen sechs Staaten anbetrifft, ruft sie die klagende Republik der Marshallinseln dazu auf, die Zuständigkeit des IGH für diesen konkreten Fall nach Art. 36 IGH-Statut zu akzeptieren und vor diesem ihre Rechtsposition darzulegen.

Führende Politiker der ganzen Welt, internationale Nichtregierungsorganisationen, hochrangige Experten und Nobelpreisträger haben zwischenzeitlich ihre nachdrückliche Unterstützung für die Klagen der Marshallinseln bekundet.

Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, einer der Unterstützer der Klagen: „Wir müssen fragen, warum diese Staats- und Regierungschefs weiterhin ihre Versprechen brechen und ihre Bürger und die ganze Welt dem Risiko einer schrecklichen Verwüstung ausliefern. Dies ist eine der fundamentalsten moralischen und rechtlichen Fragen unserer Zeit.“

David Krieger, Präsident des International Network of Engineers and Scientists for Global Responsibility (INES): „Atomwaffen bedrohen jeden und alles, was wir lieben und schätzen. Sie gefährden Zivilisation und Menschheit. Nach 46 Jahren ohne Verhandlungen über eine Abschaffung aller Atomwaffen ist es an der Zeit, diesen Wahnsinn zu beenden. Die Marshallinseln sagen: Genug ist genug. Sie nehmen eine kühne und mutige Haltung im Namen der ganzen Menschheit ein. Und wir sind stolz darauf, an ihrer Seite zu stehen.“

Anmerkungen

1) Mohammed Bedjaoui, Karima Bennoune, Dieter Deiseroth und Elizabeth Shafer (2009): Völkerrechtliche Pflicht zur nuklearen Abrüstung? – Legal Obligation To Nuclear Disarmament? – L’Obligation de Désarmement Nucléaire?. Norderstedt: Books on Demand.

2) Vgl. dazu: Deutsche Sektion der IALANA (Hrsg.) (1997): »Atomwaffen vor dem Internationalen Gerichtshof. Dokumentation – Analysen – Hintergründe«. Mit einem Geleitwort von Bundesverfassungsrichter a.D. Dr. Helmut Simon. Münster: LIT Verlag.

Peter-Becker-Preis 2014

Ausschreibung des Preises für Friedens- und Konfliktforschung

Hiermit wird für das Jahr 2014 der Peter-Becker-Preis öffentlich ausgeschrieben. Er wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Der Peter-Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg prämiert Arbeiten oder Projekte, die wissenschaftliche Erkenntnisse über die Entstehung, den Verlauf und die Bearbeitung von Konflikten vorantreiben und eine praktische Umsetzung im Sinne der Konfliktregelung ermöglichen bzw. durchführen. Insbesondere soll mit dem Preis die Stärkung und Verbesserung ziviler Konfliktbearbeitung im gesellschaftlichen und transnationalen Bereich gefördert werden. Er kann auch für Arbeiten oder Projekte vergeben werden, die sich mit Konflikten im außereuropäischen Ausland befassen und die umgesetzt worden sind oder zumindest umgesetzt werden können.

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Kommission, der neben dem Stifter des Preises und Mitgliedern des Zentrums für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg auch Personen des öffentlichen Lebens mit inhaltlicher Affinität zu Fragen ziviler Konfliktbearbeitung angehören.

Die Frist für die Einreichung der Arbeiten oder Projekte endet am 31.12.2014. Die Arbeiten sind einzureichen beim Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg, PD Dr. J.M. Becker,

Ketzerbach 11, 35032 Marburg.

Wi(e)der die Großmacht

IMI: Stärkung der außerparlamentarische Opposition gegen die Militarisierung der deutschen Politik

Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. wirbt 2014 verstärkt um Mitglieder bzw. – und dies ist entscheidend – um mehr Engagement für Frieden außerhalb der Parlamente. Dem liegt die Einsicht zugrunde, dass die politischen Eliten sich längst von dem Themenkomplex Frieden verabschiedet haben und »militärisches Eingreifen« zu einem akzeptierten Reflex auf jedwedes Krisenszenario geworden ist. Die meisten Medien stützen diesen Kurs, und friedenspolitische Alternativen verschwinden aus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Hier gilt es gegenzusteuern.

Just in dem Jahr, in dem sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. und der Beginn des Zweiten Weltkriegs zum 75. Male jährt, verkündeten Bundespräsident Gauck, Außenminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen auf der Münchner Sicherheitskonferenz, Deutschland müsse wegen seiner „Größe“ und wirtschaftlichen „Stärke“ eine aktivere Rolle und mehr „Verantwortung“ in der internationalen Politik übernehmen – auch militärisch. Nur wenige Wochen später wurden im Bundestag gleich mehrere zusätzliche Bundeswehreinsätze auf dem afrikanischen Kontinent beschlossen, zusätzliche Kriegsschiffe ins Mittelmeer entsandt und Jagdflugzeuge an die russische Grenze verlegt, nachdem in der Ukraine mit deutscher Unterstützung eine von Faschist_innen gestützte Regierung an die Macht kam und sich daraufhin Russland die Krim aneignete.

Der Weg zu größeren militärischen Konflikten in Europa mag noch weit sein, doch die Richtung ist eindeutig. Dass er unter der neuen Bundesregierung besonders energisch beschritten wird, hat auch mit ihrer überwältigenden Mehrheit im Bundestag und dem schwindenden Widerstand gegen die Militarisierung der Außenpolitik in der parlamentarischen Opposition zu tun. Deswegen halten wir die Stärkung einer außerparlamentarischen und spektrenübergreifenden Opposition gegen die weitere Militarisierung der deutschen Außenpolitik gerade in dieser politischen Konstellation und gerade 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges für zentral.

Mehr Informationen unter imi-online.de.

Bericht des FFP 2013/14

Vorstandsbericht des Forum Friedenspsychologie

Im Berichtszeitraum 28.6.2013-18.6.2014 hat der Verein in vielfältiger Weise zur Bereitstellung und Verbreitung von psychologischen Kenntnissen der Friedenssicherung, Abrüstung und Völkerverständigung beigetragen.

Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit war die Durchführung der federführend vom vormaligen Vorsitzenden Prof. Dr. Klaus Boehnke organisierten 26. Jahrestagung Friedenspsychologie vom 28.-39.6.2013 an der Jacobs University Bremen. Als Mitveranstalter fungierte die Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS). Unterstützt wurde die Tagung auch durch einen kleinen Zuschuss der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenspsychologie (dgvt). Die Tagung stand unter dem Motto »Opium fürs Volk oder Hort sicherer Bindung: Zur Rolle von Religion in internationalen und innergesellschaftlichen Konflikten« und wurde zwecks vollständiger Einbindung internationaler TeilnehmerInnen gänzlich in englischer Sprache durchgeführt. Es nahmen etwa 60 Delegierte aus 10 Ländern teil. Ein ausführlicher Tagungsbericht wurde in W&F 3-2013 (S.46/47) abgedruckt.

Ein weiterer Höhepunkt der Tagung war die Verleihung des Gert-Sommer-Preises an Dr. Mariska Kappmeier (Department of Conflict Resolution, Human Security, and Global Governance, McCormack Graduate School, University of Massachusetts, Boston) für ihre an der Universität Hamburg verfassten Dissertation »Where is the Trust? – Conflict and Trust Assessment between Large-Group Conflict Parties for 3rd Parties Conflict Intervention« und der anschließende Vortrag der Preisträgerin.

Bereits zum zweiten Mal (nach der 24. Jahrestagung in Bielefeld) fand während der Tagung auch ein von der stellvertretenden Vorsitzenden Miriam Schroer-Hippel organisiertes offenes Treffen des International Network of Psychologists for Social Responsibility (INPsySR) statt, in dem das Forum Friedenspsychologie weiterhin Mitglied ist. Es wurden zwei neue Mitgliedsorganisationen (aus Pakistan und Dänemark) in das Netzwerk aufgenommen, und es wurden weitere Möglichkeiten der Vernetzung zwischen den Mitgliedsorganisationen durch einen Newsletter, die Weiterentwicklung der Webseite und die Vergabe von Praktika diskutiert.

Auf der während der Tagung durchgeführten ordentlichen Mitgliederversammlung wählte das Forum Friedenspsychologie einen neuen Vorstand, dem nun – neben dem Ehrenvorsitzenden Prof. Dr. Gert Sommer – Prof. Dr. Christopher Cohrs (Vorsitzender), Miriam Schroer-Hippel (stellvertretende Vorsitzende), Karl-Günther Theobald (Kassierer), Dr. Jost Stellmacher und Monika Lauer Perez (die für den nicht mehr kandidierenden Klaus Boehnke nachrückte) angehören.

Im Berichtzeitraum war ein weiterer Arbeitsschwerpunkt die Mitarbeit bei der Zeitschrift Wissenschaft und Frieden (W&F), die von unserem Verein zusammen mit zwölf weiteren Organisationen herausgegeben wird und die größte friedenswissenschaftliche deutschsprachige Zeitschrift ist. Unser Verein wurde bis April 2014 von unserem Vereinsmitglied Larissa Schroeder in der Redaktion vertreten. Der vormalige Vorsitzende Klaus Boehnke betreut die Nachrichten aus dem Verein und vertritt das Forum Friedenspsychologie im Vorstand von W&F. Unsere Mitglieder Prof. Dr. Wilhelm Kempf (Konstanz), Prof. Dr. Albert Fuchs (Meckenheim) und Prof. Dr. Wolfgang Frindte (Jena) unterstützen weiterhin die Arbeit von W&F durch ihre Mitgliedschaft im Beirat der Zeitschrift. Der Ehrenvorsitzende des Forums Friedenspsychologie und langjähriges W&F-Vorstandsmitglied, Gert Sommer, wurde neu in den Beirat aufgenommen.

Im Berichtsjahr hat das Forum Friedenspsychologie zum achten Mal den mit 500 Euro dotierten Gert-Sommer-Preis für friedenspsychologische akademische Abschlussarbeiten ausgelobt. Für den Preis gab es wie im Vorjahr zehn Einsendungen von Qualifizierungsarbeiten verschiedener Ausbildungsstufen (Master, Diplom, Promotion, Habilitation). Der als Jury fungierende Vorstand des FFP hat sich dafür ausgesprochen, den Preis 2014 an Dr. Nicole Haußecker (Friedrich-Schiller-Universität Jena) für ihre Dissertation »Zur Inszenierung von Terrorismus in Fernsehnachrichten – visuelles Framing und emotionale Wirkung« zu vergeben.

Der Vorsitzende Prof. Dr. Christopher Cohrs betreute im Berichtsjahr weiterhin die Website des Forums Friedenspsychologie (friedenspsychologie.de), die im Berichtszeitraum knapp 3.000 Mal besucht wurde. Die Webseite hat durch die Mitarbeit von Judith Heptner nun zwei zusätzliche Rubriken: eine für Publikationen (publications.friedenspsychologie.de) – dort ist seit Frühjahr 2013 das Buch »Krieg und Frieden: Handbuch für Konflikt – und Friedenspsychologie«, herausgegeben von Gert Sommer und Albert Fuchs, frei verfügbar – und eine für Tagungen (conference.friedenspsychologie.de); dort sind Informationen zur letzten und diesjährigen Tagung zu finden.

Christopher Cohrs und Gert Sommer haben zusammen einen Wikipedia-Eintrag »Friedenspsychologie« erstellt, der seit 25.2.2014 online ist und mit Unterstützung durch Daniel Christie, PhD (Ohio State University), außerdem ins Englische und von Rubén Ardilla, PhD (Universidad Nacional de Colombia), ins Spanische übersetzt wurde. Christopher Cohrs hat ebenfalls einen kurzen Wikipedia-Eintrag zum »Forum Friedenspsychologie« verfasst.

Klaus Boehnke und Christopher Cohrs haben ihre Mitarbeit als Senior Advisor bzw. Mitglied im Committee for the Psychological Study of Peace (CPSP) fortgesetzt.

Klaus Boehnke ist weiterhin im Beirat der im Nomos-Verlag erscheinenden »Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung« (ZeFKo) tätig. Wilhelm Kempf ist weiterhin Herausgeber der Fachzeitschrift »conflict and communication online“ (cco.regener-online.de). Auch gibt er weiterhin zusammen mit Wolfgang Frindte die Buchreihe »Demokratie- und Friedenspsychologie« heraus (verlag irena regener, Berlin), in der im Januar 2014 der Band »The Israel-Palestinian conflict: War coverage and peace journalism« (hrsg. von Wilhelm Kempf und Dov Shinar) erschien. Christopher Cohrs setzte im Berichtsjahr seine Tätigkeit als Editor der Fachzeitschrift »Journal of Social and Political Psychology« fort, in der im Berichtszeitraum mehrere friedenspsychologisch orientierten Beiträge publiziert wurden (jspp.psychopen.eu/). Auch gibt er weiterhin zusammen mit Prof. Dr. Andreas Zick, Bielefeld, die Buchreihe »Politische Psychologie« heraus (Springer VS, Wiesbaden), in der 2013 der Band »Der Islam und der Westen: Sozialpsychologische Aspekte einer Inszenierung« von Wolfgang Frindte erschien.

Der Verein hat weiterhin in Publikationen, Vorträgen, Interviews und Leserbriefen zur Verbreitung psychologischer Erkenntnisse zur Friedenssicherung und Völkerverständigung beigetragen. Besonders hervorzuheben ist, dass v.a. durch das Engagement unseres Ehrenvorsitzenden Gert Sommer im Berichtszeitraum erstmalig ca. 30 thematische Beiträge zur Friedenspsychologie im »Dorsch – Lexikon der Psychologie« (hrsg. von Markus Wirtz bei Huber/Hogrefe, Bern) erschienen.

Jost Stellmacher moderierte auch im Berichtsjahr die Mailing-Liste »Friedenspsychologie« (friedenspsychologie@lists.uni-marburg.de), in die man sich auf dem Wege einer E-Mail-Nachricht an Jost Stellmacher (stellmac@staff.uni-marburg.de) eintragen lassen kann. Die Mailingliste hat derzeit 140 Mitglieder. Sie wird in erster Linie zur Weitergabe friedenspsychologisch und friedenspolitisch relevanter Informationen genutzt.

Der Verein hat derzeit 98 Mitglieder.

Es ist besonders zu würdigen, dass unsere Gruppierung seit nunmehr 32 Jahren besteht (1982 gegründet, seit 1986 e.V.) und dass wir seit 26 Jahren kontinuierlich jährliche Fachtagungen veranstalten.

Prof. Dr. Christopher Cohrs (Vorsitzender)

Wissenschaft zwischen Krieg und Frieden

Erklärung der Veranstalter der Konferenz in Potsdam, 18. Mai 2014

Die Veranstalter der Konferenz »100 Jahre Erster Weltkrieg – Wissenschaft zwischen Krieg und Frieden – Militarismus und Militarisierung von Wissenschaft und Forschung damals und heute« verabschiedeten die folgende Erklärung:

Frieden braucht Bewegung

Wir sind besorgt. Kriege töten in der Welt täglich. Der Frieden ist auch in Europa wieder in Gefahr – mehr als jemals in den letzten 30 Jahren.

100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg haben wir Lehren aus dem Krieg gezogen: Wir dürfen den Frieden niemals den Regierungen überlassen, wir müssen uns frühzeitig, massiv und gemeinsam gegen die Kriegsgefahr engagieren. Wir setzen der drohenden Dynamik in Richtung Krieg die Dynamik einer zunehmenden Mobilisierung für den Frieden entgegen.

Bürgerkrieg in der Ukraine, eine verstärkte Konfrontationspolitik besonders durch die NATO bringt die Gefahr eines »großen« Krieges nach Europa zurück.

Wir sind besorgt über die Dynamik hin zu mehr kriegerischen und gewalttätigen Auseinandersetzungen und die aktive Beteiligung Deutschlands, angekündigt u.a. in den Reden des »Trio imperiale« in München.

Wir sind besorgt über die zunehmende Militarisierung in unserem Land. Rüstungsforschung, Bundeswehr in den Schulen, öffentliche Vereidigungen und Auftritte der Bundeswehr auf Messen sind nur zugespitzter Ausdruck einer generellen Militarisierung.

Wir sind besorgt über die Wiederbelebung alter Feindbilder in den Reden der Politik und in der Berichterstattung der Medien.

Wir wollen uns den Herausforderungen stellen und die Gedanken von Frieden und Abrüstung, von Versöhnung und Kooperation, von ziviler Konfliktbearbeitung und Gerechtigkeit wieder verstärkt in die politische Auseinandersetzung einbringen. Unser Ziel ist ein friedliches und gerechtes Europa und eine friedliche und gerechte Welt.

Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende haben eine besondere Verantwortung. Sie sollen jetzt und in der Zukunft technologische und militaristische Entwicklungen vorantreiben, Kriege vorbereiten und absichern.

Wir rufen auf: Verweigert euch! Eine zukunftsfähige Gesellschaft gibt es nur im Frieden. Lasst uns mehr Zivilklauseln an den Hochschulen durchsetzen. Keine Kooperation von Hochschulen mit Militär und Rüstungskonzernen!

Deshalb unterstützen wir die Initiative »Hochschulen für den Frieden – Ja zur Zivilklausel« und deren Vorbereitung eines neuen Zivilklauselkongresses.

Wir unterstützen alle Diskussionen in der Friedensbewegung, für den Herbst große Aktionen, möglicherweise eine zentrale Demonstration für den Frieden, vorzubereiten. Die Friedensbewegung muss wieder verstärkt auf den Straßen und Plätzen präsent sein.

Frieden braucht Bewegung.

NaturwissenschaftlerInnen-Initiative Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit sowie AStA TU Berlin, AStA FU Berlin, AStA Universität Potsdam, Netzwerk 1914-2014

FIfF Kommunikation 2/2014

Überwachung, Videoüberwachung und BigBrotherAwards

Die Zeitschrift »FIfF Kommunikation« des Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. widmet sich aktuellen Themen aus Informatik und Gesellschaft. Die Ausgabe 2/2014 (Juni) greift mit drei Schwerpunkten das Thema Überwachung auf.

Der erste Teil befasst sich vor allem mit der Überwachung von Kommunikation und Internetnutzung. Unterschiedliche Weltregionen werden in den Blick genommen und unterschiedliche Aspekte der nahezu flächendeckenden Überwachung beleuchtet. So wird Überwachung hier nicht nur als Eingriff in die Vertraulichkeit und Integrität der Kommunikation und Datenübertragung wahrgenommen, sondern auch als technowissenschaftlicher Zugriff auf soziale Tatbestände.

Der zweite Teil setzt sich in mehreren Beiträgen mit dem Thema Videoüberwachung auseinander. Beleuchtet werden neben rechtlichen Fragen unter anderem die aktuelle Situation der Videoüberwachung am Beispiel der Großstadt Frankfurt am Main und der aktuelle Forschungstrend, die Auswertung der im Rahmen der Videoüberwachung gewonnen Bilderflut zu automatisieren.

Der dritte Schwerpunkt schließlich widmet sich den BigBrotherAwards 2014. Der Bericht über die Preisverleihungs-Gala mit den Laudationes umfasst auch die in diesem Jahr neuen Kategorien »Politik« und »Neusprech« sowie den neuen »Positivpreis«, mit dem Edward Snowden ausgezeichnet wurde.

Die Rubrik »Aktuelles« der FIfF-Kommunikation enthält unter anderem Artikel zum Protest gegen die geplante »Henry-Kissinger-Professur für Internationale Beziehungen und Völkerrechtsordnung« an der Universität Bonn, zu der Organisation »Women in international security« und zu den LinuxTagen 2014. Neben der Kolumne »Betrifft: Faire Computer« wurde in dieser Ausgabe die neue Kolumne »Betrifft: Cyberpeace« eröffnet.

Inhaltliche Anfragen richten Sie bitte an die Redaktion redaktion@fiff.de. Ein Rezensionsexemplar senden wir Ihnen auf Anfrage an fiff@fiff.de gerne zu. Auf unserer Webseite fiff.de/fk finden Sie weitere Informationen zur aktuellen Ausgabe und zu vorangegangenen Heften.

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