in Wissenschaft & Frieden 1990-2: 1990-2

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Die Verwundbarkeit der Ökosphäre

Kooperation statt Dominanz als Chance für das Überleben

von Jürgen Schneider

Das Titelbild des Informationsdienstes Wissenschaft und Frieden (Nr. 5, Dez. 1987) zeigte nach Abschluß des INF-Vertrages eine »neue Karte der nuklearen Welt«, in der 5 der Kästen (600-800 Megatonnen) der nuklearen Vernichtungskapazität als eliminiert gekennzeichnet wurden. Viele in der Friedensbewegung hatten wirklich geglaubt, nun werde die nukleare Abrüstung beginnen. Das wurde uns allen ja auch eingeredet. Aber die Wirklichkeit ist, daß bis heute kein einziger der atomaren Sprengköpfe vernichtet ist. Sie blieben entsprechend dem INF-Vertrag alle erhalten. Neue, modernere, raffiniertere Atomwaffen werden z. B. in Form von luft- und seegestützten cruise missiles gebaut. Es ist das alte »Falschspiel mit der Abrüstung«, wie es schon Alva Myrdal in ihrem Buch so eindrucksvoll und eindringlich beschrieben hat.

Es besteht also weiterhin leider kein Anlaß zur Sorglosigkeit. Die Friedensbewegung und alle, die sich für Abrüstung einsetzen, haben noch lange nicht gewonnen. Wir können die Hände noch nicht in den Schoß legen.

Die Situation der Ökosphäre ist auch nicht beruhigend, im Gegenteil. Wir leben in einem Zeitalter technokratischer Naturbeherrschung. Spätestens seit dem Beginn der Industrialisierung ist Natur, die Ökosphäre, in der wir leben und von der wir abhängen, für uns Menschen mehr und mehr zur Ware geworden, die wir möglichst effektiv und ökonomisch auszubeuten versuchen, um unsere steigenden Ansprüche zu befriedigen. Aber gerade diese Ansprüche haben ganz zwangsläufig wachsende Probleme der Versorgung und der Entsorgung nach sich gezogen. Die Schwierigkeiten wachsen uns sichtbar über den Kopf und alle Zeichen stehen dafür, daß die Probleme zunehmen.

Hubert MARKL, der derzeitige Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, hat die Situation der Menschheit treffend folgendermaßen ausgedrückt:

„Der Menschheit steht das Wasser hoch am Hals und wenn der Geruch nicht trügt, handelt es sich zunehmend um Abwasser“ (Interview im SPIEGEL, Nr. 53, 28. 12. 1987, S. 130).

Lester BROWN, der Direktor des renommierten World Watch Institute in Washington schreibt (BROWN 1987):

„Um in einem Zeitalter globaler Folgen unseres Handelns verantwortbare Entscheidungen treffen zu können, brauchen wir mehr Informationen denn je über die Konsequenzen unseres Handelns. Keine Generation hat bislang vor so komplexen Problemen gestanden, die noch dazu keinen Aufschub dulden. Frühere Generationen haben sich immer Sorgen um die Zukunft gemacht, aber wir sind die ersten, die vor der Entscheidung stehen, ob die Erde, die unsere Kinder erben, noch bewohnbar sein wird“.

Globale Probleme

Der Mensch hat, besonders seit der sog. Industriellen Revolution, größere Veränderungen in der belebten und unbelebten Umwelt bewirkt als alle Umwälzungen vorher in der mehr als 4 Milliarden Jahre alten Geschichte des Lebens auf der Erde. Nie zuvor gab es so deutlich meßbare und sichtbare Veränderungen der Natur und der natürlichen Stoffkreisläufe: Verstärkung der Erosion gegenüber der vormenschlichen Zeit um das 2,5-fache, Klimaveränderungen, Waldvernichtung, Artenausrottung, Belastung der Umwelt mit ständig neuen Stoffen und ihren Folgeprodukten, deren Synergese-Effekte in der Natur meist völlig unbekannt sind, CO2-Problem, Ozonabbau, Belastung der Atmosphäre mit künstlicher Radioaktivität, mit Säuren, Pestiziden und Schwermetallen und damit Schädigung der Böden, der Oberflächengewässer und der Grundwässer, Waldsterben, bedrohlich steigende Abfall- und Abwasser-Probleme, um nur einige täglich wachsende Probleme zu nennen. Dazu kommen im globalen Maßstab die Probleme der Überbevölkerung, des Hungers und der Not, von den vielen laufenden Kriegen ganz zu schweigen.

Nie zuvor in der Geschichte des Lebens auf der Erde gab es ein solches Massensterben, einen solchen umfassenden Genozid wie heute, den wir Menschen durch unsere maßlosen Aktivitäten ausgelöst haben und ständig wachsen lassen (EHRLICH & EHRLICH 1983). Wir sind auf dem besten Wege, bis zum Ende dieses Jahrzehnts an die 2 Millionen Tier- und Pflanzen-Arten unwiderbringlich ausgerottet zu haben, meist, bevor wir ihre Einordnung, ihre Funktion in den Ökosystemen oder gar ihren Nutzen für uns Menschen überhaupt kennenlernen konnten.

Wir sollten also eigentlich nicht nach der Verwundbarkeit der Ökosphäre fragen, so als ob sie noch ganz gesund wäre. Nein, die Ökosphäre ist bereits schwer verwundet, es stellt sich nur die Frage nach dem Grad der Verwundung.

Grundprobleme sind das exponentielle Wachstum der Erdbevölkerung, die sich in den nächsten 40 Jahren verdoppeln kann, die steigenden Bedürfnisse und Ansprüche an die Natur und ihre Ressourcen und die Arroganz des Menschen, sich für die Krone der Schöpfung zu halten. Dabei sind wir ja nur das unwichtigste, weil letzte Glied in der langen diffizilen Nahrungskette. Wir machen uns die Erde nicht nur untertan, nein, wir treten sie wie grausame Diktatoren ständig mit Füßen, vergewaltigen und quälen sie. Damit verletzen wir das Grundrecht auf Leben ständig und zerstören immer schneller die Lebensgrundlagen kommender Generationen. Das unkontrollierte Wachstum der Städte wird z. B. zum wachsenden sozialen und Umwelt-Problem. Am Ende dieses Jahrhunderts werden nach Hochrechnungen der Studie Global 2000 (1980) und des UNEP (1983) 50 % der Weltbevölkerung in städtischen Ballungszentren leben (Mexiko City z. B. hat heute bereits 18 Millionen Einwohner und wird in den nächsten 10 Jahren auf 30 Millionen Einwohner anwachsen). Für die Hälfte der Menschheit werden also in den nächsten 10 Jahren die sozialen, die Versorgungs- und die Entsorgungs-Probleme gewaltig ansteigen. Hier liegt ein hochbrisantes Konflikt-Potential.

Die globalen Umweltprobleme sind unzweifelhaft bedrohlich für das Überleben geworden. Dies gilt allein schon für die Belastung der Atmosphäre mit Treibhausgasen und ozonzerstörenden Substanzen.

„If unchecked, this impact might become so serious as to be second only to that of global nuclear war“. So formulierte es die Konferenz »The changing global atmosphere: Implications for global security« im Juni 1988 in Toronto.

Schon 1969 hatte die NATO erkannt, daß „die weltumspannende ökologische Krise sich letzten Endes als genauso ernst erweisen kann wie die Frage nach Krieg und Frieden“. Bis heute hat die NATO daraus keine erkennbaren Konsequenzen gezogen.

Die Kosten der Umweltsanierung

Gorbatschow hat in einer Rede vor der UNO festgestellt, daß ein neues System internationaler ökologischer Sicherheit undenkbar sei ohne Abrüstung und ohne wirkliche Klarheit über die weltweite ökologische Bedrohung. Was für die globalen Probleme gilt, ist für die Industrielandschaft Europa in besonderem Maße gültig. Wir können in Deutschland schon jetzt die Umwelt-Schäden nicht mehr bezahlen, die wir in den vergangenen Jahrzehnten angerichtet haben. Und dabei kennen wir manche Schäden erst seit kurzer Zeit bzw. kennen sie noch gar nicht in ihrem ganzen Ausmaß. Täglich werden bislang unbekannte Altlasten aufgedeckt. Das gilt in besonderem Maß für die DDR. Nach einer Schätzung des BUND (Süddt. Zeitg. v. 21./22. 4. 1990) sind für die Reparaturen an der Umwelt in der BRD und der DDR in den nächsten 10 Jahren 1,7 Billionen DM nötig, davon ca. 400 Milliarden DM allein für die DDR, um sie auf den Standard der BRD zu bringen. Und der »Standard« der BRD ist ja angesichts unserer eigenen Umweltprobleme nicht gerade der erstrebenswerteste Zustand. Die Schätzung des BUND deckt sich leider sehr gut mit den Veröffentlichungen von Wilcke et al. vom Umweltbundesamt, die einen jährlichen Schaden an der Umwelt in der BRD in Höhe von 103 Milliarden DM berechnet haben.

Ein Beispiel: Wir haben in der BRD ca. 285.000 km Abwasserkanäle. Mindestens 15-20 % dieser Kanäle sind undicht und gefährden daher in bisher noch unbekanntem Ausmaß die Grund- und Oberflächengewässer. Der geschätzte Finanzbedarf allein für die Sanierung der gesamten bestehenden Kanalnetze für die Abwässer der BRD liegt bei mindestens 50 bis 70 Milliarden DM, also einem Jahresetat für das Militär der BRD.

Der Müll-Notstand

Ein weiteres Beispiel: Der Müll-Notstand steht vor der Türe, besonders, seit wir nicht mehr soviele Abfälle in die DDR karren können, wo sie z. T. der Devisen wegen verantwortungslos abgelagert worden sind. 99 % der jährlich anfallenden nachweispflichtigen Sonderabfälle, deren Toxizität äußerst vielfältig und nahezu unendlich ist, lagern wir oberirdisch, nur 1 % lagert unterirdisch im ehemaligen Salzbergwerk Herfa-Neurode in Hessen. Die jährlich anfallenden Sonderabfälle (4-5 Millionen Tonnen, das sind 200 mal mehr als die radioaktiven Abfälle, für die bis heute kein Endlager existiert), sind mengenmäßig 10 bis 20 mal mehr als in den vorhandenen Untergrund-Deponien untergebracht werden könnten (Herrmann 1987). Hier ticken Zeitbomben von hoher Brisanz, selbst in Friedenszeiten. Allein die Untersuchung solcher »Altlasten« wie in Georgswerder oder Münchehagen ist eine gesundheitsgefährdende Arbeit, wie jeder Geologe weiß, der solche Arbeiten einmal mit Schutzanzug und Gasmaske durchgeführt hat.

Man stelle sich vor: Eine der modernen Druckwellenwaffen in einem »konventionellen« Krieg trifft eine solche Sondermüll-Deponie. Das bedeutet chemischen Krieg gegen die Zivilbevölkerung und die Natur auch ohne C-Waffen.

Rüstungsaltlasten

Erst durch die Recherchen und Aktivitäten von lange Zeit diffamierten Bürgerinitiativen wurden in den letzten Jahrzehnten und Jahren die großen Zahlen von Rüstungsaltlasten öffentlich bekannt. Im vergangenen November fand in Göttingen der erste Bundeskongreß zum Thema Rüstungsaltlasten statt (Buntstift e. V. 1989). Was in den Böden der BRD (und auch in denen der DDR), was in der Nord- und Ostsee an solchen Altlasten in Form von Granaten, Kanistern, Fässern, Minen und Bomben aus der Nazi-Zeit, allein mit hunderttausenden von Tonnen an chemischen Kampfstoffen wie Tabun, Sarin, Lost, Phosgen etc., verklappt, vergossen und vergraben worden ist, ist ein erschreckendes Arsenal. TNT-Rückstände aus der Munitionsproduktion sind teilweise so hoch, daß die Fachleute von »sprengfähigen« Böden sprechen. Man stelle sich vor, in eine solche »Deponie« fiele eine der modernen Druckwellenwaffen oder Brandwaffen. Kein einziger der bisher bekannten Standorte ist bisher saniert, z. T. weil niemand weiß, was dort genau liegt, und noch weniger, wie man eine Sanierung angehen könnte. Allein für die »Gefahrgutabschätzung« im Land Niedersachsen wurde ein 50 Millionen-DM-Programm aufgelegt. Jedenfalls wird allein die Untersuchung dieser Rüstungsaltlasten in Deutschland viele Milliarden kosten. Eine wenn überhaupt mögliche Sanierung würde viele Zehner-Milliarden kosten, die in den oben genannten Kosten noch gar nicht enthalten sind.

Die Folgen eines konventionellen Krieges in Europa

Dies sind nur einige wenige der Jahrzehnte alten Risiko-Potentiale, die in der BRD und in der DDR in schwer abschätzbarer Menge und Verteilung liegen und die im Falle eines auch nur konventionellen Krieges »Öko-Bomben« mit schweren und schwersten Schadwirkungen für Mensch und Umwelt darstellen. Daneben haben wir in Deutschland und in ganz Europa die große Zahl von mehr oder weniger bekannten in Betrieb befindlichen Risiko-Potentialen: Atomkraftwerke, Wiederaufbereitungsanlagen, atomare Zwischenlager, Raffinerien, Pipelines, Tanklager, Chemieindustrien, Munitionsfabriken, <>Rüstungsfabriken<> und Munitionslager. Allein am Rhein entlang liegen über 20 % der gesamten chemischen Industrieproduktion der westlichen Welt (Kummert et al. 1980).

Die Munitionslager der verschiedenen Land-Streitkräfte in Europa umfassen Mengen an Sprengstoffen, die ausreichen würden, um ca. 50 % der Fläche Deutschlands zu zerstören. Man stelle sich vor, daß alle oder ein Großteil dieser strategisch wichtigen Ziele durch moderne konventionelle Munition zerstört würden. Ein nur schwer vorstellbares Ausmaß an Freisetzung von toxischen Stoffen wäre die Folge. Es ist mir keine Beruhigung, wenn – wie auf dem Hamburger Kongreß geschehen – die Militärs sagen, sie würden solche Gefahren-Potentiale als strategische Ziele möglichst verschonen.

Ein ganz besonders wichtiger Punkt ist für den Fall einer kriegerischen Auseinandersetzung der zu erwartende Zusammenbruch der Elektrizitätsversorgung mit allen katastrophalen Folgen für die Wirtschaft, den Verkehr und die gesamte Kommunikation. Darüber hinaus müssen die in einem konventionellen Krieg durch die Wirkung von modernen Druckwellenwaffen und Brandwaffen in Flammen aufgehenden Waldgebiete, evtl. trockenen Wiesen und Getreidefelder, die großen Mengen an verschiedenartigen Kunststoffen in Gebäuden, die vielen kleinen und großen Lager an explosiven und brennbaren Treibstoffen, Öl und Gas etc. als Quellen von Rauch, Ruß und Giftstoffen gerechnet werden. Hier hilft nicht mehr der Luftschutzwart des Zweiten Weltkrieges mit der Feuerpatsche und dem Sandeimer.

Die Belastungen der Atmosphäre und die Auswirkungen auf Klima und Ökosysteme sind schwer abschätzbar, sind aber mit Sicherheit eher in den Bereich der Szenarien über den »nuklearen Winter« einzuordnen.

Es ist also nicht nur das Gefahren-Potential durch die Einwirkung von konventioneller Munition auf ein intaktes Ökosystem, welches verheerende Wirkungen auslösen würde. Es sind die gesamten Gefahren-Potentiale einer modernen Industriegesellschaft und die gesamten Gefahren-Potentiale an Altlasten mit zu berücksichtigen, wenn man die potentiellen Schadwirkungen eines konventionellen Krieges in Europa vorstellbar machen möchte.

Das Ergebnis auch vorsichtiger erster Schätzungen und Berechnungen für einen Krieg in Europa kann nur lauten: Der hohe Zerstörungsgrad durch die modernen Waffensysteme in einem konventionellen Krieg in Europa würde die gesamte Infrastruktur in einem Ausmaß lahmlegen, welches in der Situation des Zweiten Weltkrieges keine Entsprechung findet. Viele Offiziere scheinen noch immer in Kategorien des letzten Krieges zu denken. So hat ein deutscher Panzer-General in einer Fernsehsendung allen Ernstes davon gesprochen, er könne mit seiner Panzerdivision ein Sperrfeuer mit atomaren Artilleriegranaten in ca. 30 km Entfernung legen. Die »Weiterentwicklung der Artillerie«, wie Konrad Adenauer die Atomgranaten bezeichnete, verfügt ja annähernd über die Sprengkraft einer Hiroshima-Bombe pro Granate.

In einem »konventionellen Krieg« in Europa wäre die soziale Desintegration die Folge der Zerstörung der wirtschaftlichen Grundlagen, zumal die am wenigsten geschützte Gruppe von Menschen die Zivilbevölkerung wäre. Außerdem würden die Ökosysteme vorübergehend zusammenbrechen und damit die schon heute bedenklich belasteten Lebensgrundlagen in Form von unverseuchter Nahrung und unvergiftetem Trinkwasser sowie an sauberer Luft für lange Zeiten zerstört werden. Europa wäre, mindestens langfristig, unbewohnbar (Gonnermann & Mechtersheimer 1990).

Nur ein Wahnsinniger kann unter diesen Umständen einen Krieg in Europa für denkbar oder führbar halten. Wozu also die wahnwitzigen und teuren Rüstungsprogramme?

Jede Art von Kriegführungsszenario kann also nur ein Ergebnis haben: Die Zivilisation wäre im »Konflikt-« oder »Verteidigungs-Fall« an ein qualvolles Ende gelangt. Krieg ist nicht mehr führbar. Atomwaffen, chemische Waffen und andere Massenvernichtungsmittel sind nicht mehr nötig zur Abschreckung. Die moderne Industriegesellschaft allein ist bereits Abschreckung genug durch ihre mannigfaltigen alten und neuen Risiko-Potentiale. Eine Strategie der Kriegsverhinderung durch Kriegsführungsfähigkeit ist obsolet. Dennoch rechnen die Militärstrategen in ihren Kriegsszenarien immer noch mit der Vorbereitung auf die Führung eines Krieges mit konventionellen, nuklearen und chemischen Waffen. Daß selbst ein konventioneller Krieg in Europa ohne Inkaufnahme des totalen Ökozids nicht mehr führbar ist, das ist noch lange nicht in politische Handlungsanweisungen umgesetzt. Dies hat Flotillenadmiral Elmar Schmähling in seinem Vortrag über »Auswirkungen eines konventionellen Krieges in Europa« auf der Naturwissenschaftler-Fachtagung vor einem Jahr in Bochum bereits klar gesagt. Schmähling hat auch deutlich darauf hingewiesen, daß jede neue Generation von Waffensystemen und Rüstung zwar die Kriegsführungsmöglichkeit verbessert, die Überlebensfähigkeit der Menschen und der Ökosphäre aber weiter verringert.

Ich füge hinzu, daß durch jede neue Rüstungswelle auch ohne Krieg die Überlebensfähigkeit der Ökosphäre und damit der Menschheit insgesamt verringert wird, weil die Mittel fehlen, neue Wege des Umgangs mit den Lebensgrundlagen und neue Wege des Wirtschaftens und Produzierens zu erkunden, ernsthaft einzuschlagen und politisch durchzusetzen.

Verwendungsmöglichkeiten für das Militär

Dr. Gerhard Knies hat in einem Mediatus-Aufsatz (Knies 1989) die herrlich provokative Frage gestellt:

„Was, außer der Blasmusik, können wir vom Militär noch einsetzen?“

Ich denke, die Antwort ist nicht ganz einfach: Aber es gäbe da Möglichkeiten, die nicht als absurd bezeichnet werden können, z. B.: Die Soldaten und die großen Maschinen und eine Menge des Geldes könnten wir einsetzen, um Umweltschäden zu untersuchen, zu sanieren und den »Wiederaufbau« der durch den Zweiten Weltkrieg und durch die Folgen des rücksichtslosen Umganges mit den eigenen Abfällen und denen unserer Industriegesellschaften schwer geschädigten Umwelt zu betreiben. Weitere Mittel aus den Rüstungsetats – auch und besonders aus dem Sektor der militärischen Forschung und Entwicklung – sind nötig, um Konversion in Richtung auf eine ökologische Wirtschaft zu betreiben, also z. B. neue intelligente Verkehrs- und Energieversorgungssysteme auf Solarbasis zu entwickeln, um neue ressourcensparende und umweltschonende Produktionsverfahren mit einer Vielzahl von sinnvollen Arbeitsplätzen zu entwickeln, um Altlasten zu beseitigen, um endlich Mittel für Rüstungs-Konversion zu haben, und nicht zuletzt, um in den Ländern der 3. und 4. Welt lebens- und überlebensfähige Strukturen zu schaffen bzw. zu unterstützen und die Probleme der Entwicklung ärmerer Länder anzugehen (von der DDR bis Ruanda).

Wir brauchen auch klare Verbote für viele Produkte, die für die Umwelt und damit für das Überleben bedrohlich sind. Wenn wir die Produktion von FCKW oder schnellerer Autos z. B. weiter erlauben, so können wir – polemisch gesagt – auch Contergan oder Rauschgifte erlauben mit dem Argument, in einer »Freien Marktwirtschaft« regele die Nachfrage die Produktion und der »mündige Bürger« könne und solle die Entscheidung doch selbst treffen, welches Produkt er kaufen will.

Es darf nun keiner sagen, es würde für die Umwelt in der BRD nichts getan. Wir tun eine ganze Menge. Die Frage ist, wie groß diese Teilmenge ist und wie sie sich zu anderen Teilmengen verhält. Wir geben in der BRD für Umweltschutzmaßnahmen täglich 1,3 Millionen DM aus, aber wir geben fast 200 Millionen DM täglich aus für das Militär. Wir gaben in der BRD 1988 10 x mehr für militärische als für umweltbezogene Forschung und Entwicklung und 1000 x mehr für militärische als für Friedensforschung aus. Diese Prioritätsverzerrung bleibt weiterhin ein empörender Skandal, der den Widerspruch jedes empfindenden Menschen auslösen muß.

In den Ländern der 3. und 4. Welt sind – in zunehmendem Maß auch mit unseren Waffen – ständig Kriege geführt worden bzw. werden geführt. Viele davon sind überhaupt nur möglich durch unsere abgelegten aber auch unsere modernen Waffen. Im Hess. Rundfunk wurde am Fr. 22. 6. 90 mittags die Nachricht durchgegeben, daß die Bundesrepublik der Waffenexporteur mit den größten Wachstumsraten ist (Steigerung von 1988 bis heute um 60 % auf 1,3 Milliarden DM). Dies ist ein Skandal, besonders angesichts der offiziellen Propaganda, in der von Abrüstung stets geredet wird und Länder der 3. Welt ständig aufgefordert werden, Kriege zu beenden. Mit deutschen Waffen und mit deutscher Munition werden immer mehr Menschen in verschiedensten Ländern umgebracht. Ein gutes Geschäft? Viele meinen noch immer, mit Rüstungsexporten ließen sich auch auf Dauer gute Geschäfte machen. Die Bundesmarine wurde z. B. 1985 von Admiral Bethge, dem Vorgänger von Admiral Wellershoff, anläßlich seiner Verabschiedung in Kiel als „Werbeträger für die heimische Schiffbauindustrie“ und die Flottenverbände als „schwimmende Leistungsschau“ bezeichnet (Süddt. Zeitg. v. 19. 3. 1985). Dieselben für meine Begriffe perversen Töne waren bereits am 3. 12. 1901 in einem Schreiben des Präsidenten des Deutschen Flottenvereins an den Flotten-Propagandisten Admiral Tirpitz zu hören. Da wurde bereits argumentiert: (Durch den Bau der Kriegsflotte) „würden viele Industriezweige neue Aufträge erhalten, wodurch nicht nur diese über Wasser gehalten, sondern auch in den Stand gesetzt würden, ihre Arbeiter zu beschäftigen und bereits entlassene wieder einzustellen. Einer der wichtigsten Faktoren wäre aber der, daß durch den Auftrag neuer Kriegsschiffe und die dadurch herbeigeführte Belebung von Handel und Industrie die betreffenden Börsen-Kurse steigen, viele Werte gerettet und eine Konsolidierung des Marktes eintreten würde“. (Hug et al., 1979, S. 28). Manche haben wohl in den letzten 90 Jahren nichts dazugelernt. Wirtschaft kann demnach also nicht durch zivile Produktion, sondern bevorzugt durch Rüstungsproduktion florieren und aufrecht erhalten werden? Solche Einstellungen sind m. E. der ideale Nährboden und ideologische Rechtfertigung für illegale Exporte auch von U-Boot-Plänen oder C-Waffen-Fabriken bis hin zu Sturmgewehren, Panzern, Flugzeugen und Raketen. Es wurde auf dem Hamburger Kongreß von Militärs geäußert, sie seien an Rüstung nicht interessiert. Das glaube ich höchstens einigen Wenigen. Dazu haben die Militärs zu oft neue und bessere Waffen von ihren Politikern verlangt (und sie tun es heute noch) und dazu sind zuviele allzu früh pensionierte Militärs in gut bezahlte Positionen als Berater der Rüstungsindustrie gerückt.

Eine Welt für Alle?

In den letzten Wochen ist viel von der Entwicklung der 3. und 4. Welt geredet worden, besonders im Rahmen der vielen Sendungen zum Thema »Eine Welt für Alle«. Dabei ist immer wieder von Politikern der jetzigen Regierung die scheinbar selbstlose Hilfe zur industriellen Entwicklung angesprochen worden. Wichtiger wäre nach meinem Dafürhalten jedoch eine klare Stellungnahme zu folgenden Fragen gewesen: Sind wir Industrienationen, sind wir West-Europäer Vorbild oder Maßstab für die 3. und die 4. Welt? Nehmen wir das Beispiel der sogenannten »Entwicklungsländer«: Was heißt Entwicklungsland? Sollen und können alle Länder dieser Erde, sollen und können alle Menschen den jetzigen Lebensstandard der westlichen Industrienationen erreichen? Ist das finanziell und von der Ressourcen-Basis her machbar? Erlauben das die natürlichen Ressourcen (Schneider 1987)? Wir sind in den Industrieländern (IL) nur 1/4 der Menschheit und verbrauchen den größten Anteil an Ressourcen. Die »Entwicklungsländer« (EL) bzw. die »Unterentwickelten Länder« (UL) machen 3/4 der Menschheit aus (s. Tab. 1). In 10 Jahren werden 760 Millionen Menschen Arbeit suchen. Diese Menschen leben bereits heute. Kann für alle diese Menschen ein industrieller Arbeitsplatz geschaffen werden? Die Tabelle 2 zeigt eine Berechnung (die angenommenen Investitionskosten von 25.000 $ pro Arbeitsplatz sind nur ein Beispiel), welche für sich spricht.

Tab. 1: Anteile der Industrieländer (IL) bzw. der Entwicklungs-/Unterentwickelten Länder (EL/UL) an der Bevölkerung und am Ressourcen-Verbrauch.
Anteile an: IL EL/UL
der Weltbevölkerung 26% 74%
der Produktion marktverwertbarer Güter 78% 22%
Energieverbrauch 81% 19%
Kunstdüngerverbrauch 87% 13%
Traktoren 85% 15%
Eisenerzverbrauch 88% 12%
Weltrüstungsausgaben 87% 13%
Tab. 2: Investitionskosten für industrielle Arbeitsplätze.
Bangladesh 1.000,– $
Südkorea 29.000,– $
Brasilien 40.000,– $
westliches Industrieland 377.000,– $
Im Jahr 2000: 760 Mio. Arbeitssuchende
Bei ca. 25.000,– $ Investitionskosten pro industriellem Arbeitsplatz wären 19.000.000.000.000,– $ (19 Billionen) nötig.

Sind wir – so frage ich weiter – das geeignete Vorbild für die sich entwickelnden östlichen Nachbarn? Ist Wirtschaftswachstum bisheriger Art mit seiner Verschwendung von Naturgütern, der Ausbeutung von Natur, der Zerstörung von Umwelt und Lebensqualität und damit der Zerstörung der Lebensgrundlagen das allein selig machende Dogma? Die »freie Marktwirtschaft« wird am eigenen Abfall ersticken, wenn wir so weiter wirtschaften. Dies ist eine dem Entropie-Gesetz folgende, nicht zu umgehende Zwangsläufigkeit (Binswanger et al. 1978, FABER et al. 1983). Politik und Ökonomie müssen endlich lernen, daß die einfache Formel Produktivität=Funktion von Arbeit, Kapital und menschlichem Erfindungsgeist veraltet ist und höchstens kurzfristig den Wohlstand heben kann, nicht aber geeignet ist, das Überleben langfristig zu sichern. Die Naturvergessenheit der geltenden und herrschenden Ökonomie rächt sich zunehmend bitter, obwohl, oder gerade weil es uns momentan wirtschaftlich noch so gut geht. Aber wir beten das Wachstum des Bruttosozialproduktes wie das goldene Kalb an. Prof. Hans-Peter Dürr verglich dies auf der Hamburger Tagung mit einem Menschen, der von einem Hochhaus stürzt und immer schneller wird. Das läßt sich weiterspinnen: Noch im Vorbeifliegen am 3. Stock verkündet der Mensch jubelnd, es sei doch bisher alles bestens gegangen. Und manche die uns fliegen sehen, haben das dringende Bedürfnis hinterherzuspringen, weil sie den Jubelschreien des ersten Rasenden vertrauen. Dabei ist es nur eine Frage der Zeit, wann der rasende Flug zuende ist mit allen Folgen, deren Vorboten die Warner schon lange deutlicher sehen als die Jubler.

Wir in den reichen Industrieländern müssen umdenken und umschalten, um ein neues, besseres Vorbild zu geben. Wir müssen Schluß machen mit der Verschwendung von Gütern, mit der Ausbeutung der Natur und der Ausbeutung von Rohstoffe liefernden Entwicklungsländern. Und wir müssen endlich Schluß machen mit der Verschwendung von geistigen und materiellen Ressourcen für Rüstungszwecke, dem Rüstungswahnsinn, der höchstens noch der Darstellung von Dominanz dient. Konversion in der Rüstungsproduktion und auch in vielen Bereichen der zivilen Produktion ist nötig. Es gibt viele Signale und in vielen Schubladen der Industrie liegen schöne neue Technologien, die jeden high-tech-freak befriedigen, die zugleich aber, energie-, ressourcen- und umwelt- schonend sind. Die politischen Vorgaben fehlen. Militärische »Verteidigung« scheint allzu vielen Politikern noch immer viel nötiger als die Verteidigung unserer Lebensgrundlagen. Wollen wir unseren Wohlstand künftig mit Raketen oder mit dem Jäger 90 verteidigen?

Die Friedensbewegung und die Umweltbewegung haben weiterhin die gemeinsame dringende Aufgabe, für die nötigen Veränderungen das Bewußtsein bei den Menschen zu schaffen. Wir können und dürfen nicht aufgeben, nicht aufhören zu warnen, Alternativen vorzustellen und Umsetzungsstrategien zu entwerfen bzw. auf sie hinzuweisen. „Das ist schwer in einer Gesellschaft, in der die Grübelnden und die Handelnden getrennt sind“ (H.-P. Dürr auf dem Hamburger Kongreß).

Das Prinzip der Kooperation

Als Geowissenschaftler erlaube ich mir einen kurzen Rückblick in die Geschichte des Lebens auf der Erde. In den mehr als 4 Milliarden Jahren der Erd- und Lebensgeschichte hat sich im Verlaufe der Evolution ein Prinzip bestens bewährt: Das Prinzip der Kooperation, sowohl von einzelnen Organen innerhalb eines Organismus als auch die wahrscheinlich nicht bewußt erfolgte Kooperation von verschiedenen Organismen innerhalb eines Lebensraumes, ja sogar die Kooperation aller Organismen im Zusammenspiel mit den geologischen Prozessen auf der Erde im globalen Maßstab. (nachzulesen in dem bald erscheinenden Buch von Prof. Henno Martin, »Erdgeschichte und Menschwerdung«).

Kooperation, nicht Dominanz war in der ganzen Geschichte des Lebens stets das Erfolgsrezept für Höherentwicklung und Überleben. Diese Rezept gilt für Fragen des Friedens mit der Natur ebenso wie für die Fragen des Friedens unter den Menschen.

Die »Firma Natur« hat 4 Milliarden Jahre lang nicht »pleite gemacht«, weil die Evolution langsam und mit Bedacht arbeitet. Lernen wir aus der Erdgeschichte, aus der Evolution, übertragen wir ein Erfolgsrezept, das mehr als 4 Milliarden Jahre lang funktioniert hat, auf unsere heutigen, auch auf die politischen Verhältnisse und Verhaltensweisen. Das hieße aus der Geschichte zu lernen.

Brauchen wir für das Neue Denken neue Menschen? Aurelio Peccei, der verstorbene Initiator des Club of Rome, hat seinen »gemäßigten Optimismus« beschrieben (Peccei 1977, S. 49): „Obwohl eigentlich Laie, bin ich fest überzeugt, daß man dafür die menschliche Natur keineswegs zu verändern braucht. Wäre dies so, so wäre die Lage hoffnungslos. Vielmehr ist es die Rolle des Menschen und demzufolge seine Lebensweise, die sich der realen Welt von heute und seiner neuuerworbenen Macht anzugleichen haben. Das ist keine biologische sondern eine kulturelle Evolution, und daher übersteigt dieser Prozeß, so lange und so schwierig er auch sein mag, nicht unsere Möglichkeiten“.

Der Beitrag fußt auf dem Vortrag, den Prof. Schneider auf dem Kongreß der Naturwissenschaftler-Initiative »Verantwortung für den Frieden« e. V. »Verwundbarkeit der Industrielandschaft Europa – Perspektiven kooperativer Sicherheit für die Nach-Militärische Ära«, Hamburg 22.–24. 6. 1990 gehalten hat.

Literatur

Binswanger, H. C., Geissberger, W. & Ginsburg, T. (1978): Der NAWU-Report: Wege aus der Wohlstandsfalle. Fischer, Frankf., 327 S.
Brown, L. R. (1987, Hrsgb.): Zur Lage der Welt 87/88–Daten für das Überleben unseres Planeten. World Watch Institute Report, S. Fischer, Frankfurt, 328 S.
Buntstift, e. V. (Hrsgb.): (1989): Altlasten der Rüstungsindustrie, Kraftzwerg e. V., Clausthal-Zellerfeld, Bundeskongreß Göttingen, 25./26. 11. 1989, Erweiterte Dokumentation. 178 S.
Ehrlich, P. R. & Ehrlich, A. H. (1983): Der lautlose Tod–Das Aussterben der Pflanzen und Tiere. S. Fischer, Frankf., 373 S.
Faber, M., Niemes, H. & Stephan, G. (1983): Entropie, Umweltschutz und Rohstoffverbrauch–Eine naturwissenschaftlich ökonomische Untersuchung. Lecture Notes in Economics and Mathematical Systems, 214, 181 S.
GLOBAL 2000 (1980): Der Bericht an den Präsidenten.- Zweitausendeins-Versand Frankf., 1438 S.
Gonnermann, B. & Mechtersheimer, A. (Hrsgb., 1990): Verwundbarer Frieden–Zwang zu gemeinsamer Sicherheit für die Industriegesellschaften Europas. Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin.
Herrmann, A. G. (1987): Untergrund-Deponie anthropogener Schadstoffe. Fortschr. Miner., 65, 2, 307-323.
Hug, W., Hoffmann, J. & Krautkrämer, E. (1979): Geschichtliche Weltkunde, Bd. 3, 286 S. Verlag Moritz Diesterweg.
Peccei, A. (1977): Die Qualität des Menschen–Plädoyer für einen neuen Humanismus. Deutsche Verlag-Anstalt Stuttgart, 232 S.
Knies, G. (1989): Die Unvereinbarkeit industrieller Zivilisation mit militärischer Gewalt. Mediatus, H. 12/89, 3-5.
Kummert, R., Osmann-Sigg, G. & Stumm, W. (1980): Gewässerschutz und Umweltökologie, Skript zur Vorlesung, Eidgen. Techn. Hochschule Zürich, EAWAG/IGW, 223 S.
Schneider, J. (1986): Rüstung oder Überleben–Frieden mit der Natur als Voraussetzung für die Existenz von Zukunft. Informationsdienst Wissenschaft und Frieden, 5/6, 26-30.
Schneider, J. (1987): Geosciences in Conflict: Provision of resources versus protection of environment. In: Arndt, P. & Lüttig, W. (Hrsgb.): Minerals Resources Extraction, Environmental Protection and Land-Use Planning in the Industrial and Developing Countries. E. Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 29-46.
UNEP (1983): Umwelt weltweit. Bericht des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) 1972-1982. E. Schmidt, Berlin, 668 S.

Prof. Dr. Jürgen Schneider, Institut für Geologie und Dynamik der Lithosphäre der Universität, Goldschmidtstr. 3, 3400 Göttingen

in Wissenschaft & Frieden 1990-2: 1990-2

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