in Wissenschaft & Frieden 1989-3: 1989-3

zurück vor

War Boys

Louis F. Fieser und die Geschichte der Napalm-Entwicklung

von Beatus Ofenloch-Hähnle

Während des 2. Weltkrieges wurde die Wissenschaft in den USA umfassend für den Krieg mobilisiert. Wie sah dies aber im Detail aus – im wissenschaftlichen Alltag? Für die Physiker, die am Bau der Atombombe beteiligt waren, ist dieses Problem von verschiedener Seite be- und verarbeitet worden1 . Über andere weniger spektakuläre, aber dennoch wichtige militärische Entwicklungen in der Chemie ist jedoch weitaus weniger bekannt. So kennen wohl die meisten Chemiker und Chemie-Studenten den Namen Fieser, die wenigsten aber wissen, daß er maßgeblich an der Entwicklung des Napalm beteiligt war. Über die Rolle Fiesers bei der Entdeckung, Produktion und militärischen Anwendung des Napalm soll dieser Beitrag informieren: zum einen, um den Kriegsforschungsalltag an einem Beispiel zu zeigen, auch wenn dies sicher nicht in allem repräsentativ sein kann; zum anderen, um Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Grundhaltung der Naturwissenschaftler damals und heute zu reflektieren.

Zur Person

Louis Fieser wurde 1899 in Columbus (Ohio) geboren und starb 1977. Er war Chemiker und von 1937-1967 Professor an der Harvard Universität. Bekannt wurde er vor allem durch die Synthese des Vitamins K1(1939) und seine Arbeiten an Steroiden. Den meisten Chemikern aber ist er ein Begriff als Verfasser – zusammen mit seiner Frau Mary – mehrerer Lehrbücher der organischen Chemie, darunter einiger Standardwerke.

Napalm

Napalm ist ein durch Fällen erhältliches Gemisch der Aluminiumsalze von Naphtensäuren und Fettsäuren (v.a. Palmitin- und Laurinsäure). Das als körniges Pulver anfallende Produkt hat die Eigenschaft, flüssige Kohlenwasserstoffe in zähe, bis 100C stabile Gele zu überführen. Diese Gele eignen sich als Füllung für Brandbomben. Sie entzünden sich beim Aufschlagen von selbst oder werden durch weißen Phosphor gezündet und entwickeln bei begrenztem Brandherd sehr hohe Temperaturen (2000C und mehr). Napalm führt infolge seiner starken Adhäsionsfähigkeit und der Lipophilie seiner Fettsäuresalze zu schwärenden Brandwunden, die oft kanzerös werden. Durch seine hohe Flammendichte kann es auch erstickend wirken. Napalm wurde erstmals im 2. Weltkrieg angewandt, sowohl im Pazifikraum als auch beim Bombardement Deutschlands.

So betrug die US-Jahresproduktion am Ende des 2. Weltkrieges ca. 40.000t2. Im Koreakrieg kamen 32.000t und im Vietnamkrieg – dem bisherigen Höhepunkt der Napalmkriegsführung – über 200.000t zum Einsatz 3.

In seinem Buch „The Scientific Method, A Personal Account of Usual Projects in War and in Peace“ 3 beschreibt Fieser aus einer sehr persönlichen Sicht die näheren Umstände der Napalmentwicklung. Dieses Buch, in dem neben der Napalmentdeckung auch noch andere Kriegsprojekte ebenso wie Fiesers Zivil- und Privatforschung geschildert werden, sei jedem, der an Rüstungsforschung interessiert ist, als Lektüre empfohlen.

Die Gründung des NDRC

Am 2. Juli 1940, eineinhalb Jahre vor dem Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg wurde auf Anregung einiger führender Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit Präsident Roosevelt das National Defense Research Committee (NDRC) als Untergruppierung der National Academy of Science gegründet. Motivation war die bevorstehende Ausweitung des Krieges und die Einsicht, daß die Wissenschaft kriegsentscheidend sein könnte. Ziel der Organisation war es, mit ziviler Forschung beschäftigte Wissenschaftler in militärische Projekte einzubeziehen und kriegswichtige Forschungsprogramme durchzuführen4.

Vorsitzender der NDRC war Vannevar Bush, Präsident des Carnegie-Instituts. Neben Militär- und Regierungsvertretern waren prominente Naturwissenschaftler Gründungsmitglieder wie Karl Compton, Präsident des MIT, James Conant, Präsident von Harvard und später US-Botschafter in Bonn, und F.B. Jewett, Präsident der National Academy of Science. Damit waren die großen amerikanischen Forschungsinstitutionen personell in den NDRC einbezogen. Conant und Bush waren im übrigen auch wissenschaftliche Mitglieder der Kommisssion, die das Atombombenprojekt beaufsichtigte.

Fiesers Eintritt in die NDRC-Arbeit

Die erste vom NDRC gegründete Abteilung sollte an Bomben, Treibstoffen, Giftgasen und anderen militärisch relevanten chemischen Problemen arbeiten, die Leitung dieser Abteilung hatte Conant. Um die Sache zum Laufen zu bringen, wurden rund zwanzig bekannte Universitäts-Professoren, darunter auch Fieser, zu einem Treffen eingeladen, wo Ziele und Aufgaben des NDRC und dessen Untergruppe erläutert wurden. Nach der Zustimmung der Beteiligten – laut Fieser waren offenbar alle zur Mitarbeit bereit – bekam jeder ein bestimmtes Aufgabengebiet. Fieser sollte neue, als Sprengstoffe geeignete Nitro-Verbindungen synthetisieren.

An dieser Aufgabenstellung arbeiteten unter Fieser einige junge Chemie-Doktoranden im Geheimen in Kellerräumen der Harvard Universität. Zwei neue Nitro-Sprengstoffe wurden dabei entwickelt (1946 publiziert).

Bei einer NDRC-Konferenz über Explosivstoffe im Mai 1941, auf der auch Fieser über seine Ergebnisse berichten sollte, wurde er mit der Untersuchung von Explosivität und Entflammbarkeit des Divinylacetylen beauftragt. Anlaß dafür war ein Explosionsunglück mit dieser Substanz bei der Chemie-Fabrik du Pont, woraus man sofort eine mögliche militärische Verwendbarkeit vermutete. Fieser stellte fest, daß Divinylacetylen an der Luft peroxidiert und Gele bildet, die unter Spritzen verbrannten.

Bei diesen Arbeiten, die er zusammen mit Hershberg – Reserveoffizier des Chemical Warfare Service und den Chemikern u.a. bekannt als Erfinder des Hershberg-Rührers – durchführte, kam Fieser die Idee, ähnliche Gele als Brandsätze und Füllung von Brandbomben zu verwenden.

Fieser gegen Giftgas?

Im Sommer 1941 wurde Fieser im Rahmen einer Reorganisation des NDRC-Programms angewiesen, seine Arbeit an Explosivstoffen zu beenden und stattdessen an Giftgasen (Aerosolen) zu arbeiten. Fieser war von diesem Auftrag jedoch nicht angetan. Zum einen, wie er in seinem Buch erklärt, weil ihm der Einsatz von Giftgas als inhuman erschien, zum anderen, weil er „on something of practical value to the war effort“ arbeiten wollte, aber nicht glaubte, daß Giftgas in diesem Krieg eingesetzt werden würde.

Dennoch hielt sich Fieser an die Anweisungen und begann mit den Vorbereitungen für die Giftgasforschung, wie dem Einbau der dafür notwendigen Abzugs- und Belüftungsanlagen in seinen Labors. Während dieser Umbaumaßnahmen informierte sich Fieser über die damals vorhandenen Brandbomben und besuchte zu diesem Zweck das Edgewood Arsenal des Chemical Warfare Service (CWS). Dort wurde sein Eindruck bestätigt, daß ein Bedarf bei der Entwicklung von Brandbomben bestand.

Fieser forciert die Brandstoff-Forschung

Lediglich Magnesium- und Thermit-Bomben, in Fiesers Augen von unzureichender Wirkung, waren in Edgewood vorhanden. Diesen Eindruck gab er seinem NDRC-Vorgesetzten weiter und bat um Umwidmung der Giftgasforschungsmittel für Brandbomben-Forschung. Fieser gelang es offenbar seinen Chef zu überzeugen, denn seine Bitte wurde ihm umgehend gewährt. Unter der Harvard-Code-Nummer „Anonymous Research No.4,OEMsr.-179“ blieb eine sechsköpfige Arbeitsgruppe 4 Jahre bestehen, die an Brandgelen arbeitete. Für sie wurde von der NDRC insgesamt fast 360.000 Dollar aufgewandt (zum Vergleich: in etwa demselben Zeitraum wurde für das Atombombenprojekt ungefähr 2 Mrd. Dollar ausgegeben5). Fieser erhielt während dieser Zeit weiter sein reguläres Gehalt von Harvard, obwohl er seine Lehrtätigkeit einstellte.

Das Kautschuk-Gel

Um die Wirkung von Brandgelen quantifizieren zu können – eine Prämisse der wissenschaftlichen Vorgehensweise –,entwickelte Fieser einen Inflammationstest, der für die einzelnen Gele reproduzierbare Messungen ermöglichte. Dabei wurde ein Holzgerüst, bestehend aus den gängigsten Bauhölzern, durch eine definierte Menge des jeweiligen Gels entzündet. Die Gewichtsdifferenz der Hölzer vor und nach dem Brand wurde als Maß für die Entzündungsdifferenz genommen.

Fieser arbeitete zunächst an Kautschuk-Benzol-Gelen und stellte eine Korrelation der Entzündungsdifferenz mit der Geldichte und der Viskosität fest. Nach Beendigung einer jeden Testreihe wurde sofort allen interessierten Militärs und NDRC-Gruppen Bericht erstattet. Mit dem Ziel, das Brandgel aus in den USA frei verfügbaren Substanzen herzustellen, substituierte Fieser das relativ rare Benzol durch Gasolin.

Er und seine Mitarbeiter füllten dieses Kautschuk-Gasolin-Gel in M-47 Bomben, die ursprünglich für Senfgas und andere Kampfstoffe gedacht waren, und führten selbst Testexplosionen hinter dem Harvard-Stadion durch. Dabei wurden Verbreitung, Größe der verstreuten Gelstücke und geschätzter Verbrennungsanteil des Gels bestimmt.

Schneller und unbürokratischer als in späteren Monaten – Fieser, der dies sehr begrüßt, führt dies auf den noch geringen Personalbestand des Chemical Warfare Service zurück – wurde die Kautschuk-Gel-Brandbombe von den Militärs übernommen. Nach Anweisung Fiesers wurden 10.000 M-47 Bomben mit dem Gel gefüllt. Sie kamen jedoch nie zum Einsatz, da sie auf dem Weg nach Manila durch Kriegseinwirkung verloren gingen.

Das Napalm

Mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Habor am 7.12.41 wurde nicht nur ein großer Teil der amerikanischen Flotte zerstört, während dieser Offensive kamen auch alle wichtigen Kautschuk-Anbaugebiete unter japanische Kontrolle. Damit sank die Verfügbarkeit des Kautschuks für die USA, weshalb Fieser von CWS und NDRC beauftragt wurde, einen Kautschuk-Ersatz zu finden. Der CWS stellte dabei an das Gel definierte Anforderungen. Es sollte bis 65C (Tropenbedingungen) nicht dünn werden und nicht spröde bis -40C(Temperatur im Bombenschacht). Es sollte den Druck den Aufschlages aushalten, haltbar und leicht abfüllbar sein.

Nach Kriegseintritt wurden die militärisch relevanten Forschungen in den USA enorm fociert. So wurden auch weitere Arbeitsgruppen über Brandgele von der NDRC eingerichtet. Diese entstanden bei den chemischen Firmen Little, du Pont und der Standard Oil Development. Die Industriegruppen arbeiteten mit Fieser zusammen und standen in ständigem Kontakt, aber auch in direkter Konkurrenz zueinander. Hier findet man also das Prinzip, mehrere Wissenschaftler oder Gruppen auf ein Problem anzusetzen, von dem man sich heute in der Auftragsforschung Erfolg verspricht.

Fieser ersetzte den Kautschuk in seinem Gel durch Aluminiumsalze der oben erwähnten Fettsäuren und prägte das Wort Napalm (aus Naphtenat und Palmitat). Das von ihm erworbene »Palmitat« war allerdings, wie sich später herausstellte, ein Gemisch von Fettsäuresalzen auf Kokosölbasis und bestand vorwiegend aus Aluminium-Laureat. Die Arbeitsgruppe Fiesers variierte schließlich die quantitative Zusammensetzung des Gels, bis die militärisch gewünschten Eigenschaften erzielt waren. Dies war im April 1942 abgeschlossen.

Die militärische Umsetzung

Zu Fiesers großem Bedauern wurde Napalm nicht sofort von den Militärs übernommen. Stattdessen ging ein umfangreiches Testprogramm mit Probebombardierungen voraus, in dem Fiesers Brandstoff mit den Entwicklungen der industriellen Arbeitsgruppen verglichen wurde. Nach Fiesers Meinung erwies sich Napalm in diesen Tests überlegen, zu seinem großen Ärger entschied sich aber der Chemical Warfare Service für das Gel von du Pont. Mit diesem Gel wurden an die 4 Millionen Bomben gefüllt und nach England transportiert. Auf dem Transportweg entmischte sich jedoch das Gel und verlor seine Brandwirkung. Nach diesem Fehlschlag stiegen die Militärs auf Napalm um. Fieser betont stolz in seinem Buch, daß bis zum Ende des Krieges ungefähr 30 Millionen Bomben mit Napalm gefüllt wurden und zur „vollsten Zufriedenheit“ arbeiteten.

Fieser – ein repräsentatives Beispiel eines Wissenschaftlers in der Kriegsforschung?

Fieser schreibt „The Scientific Method“ in der Mitte der 60er Jahre. Die grauenhaften Auswirkungen der Napalm-Bombardierungen im 2. Weltkrieg und im Korea-Krieg sind ihm bekannt. Dennoch wird die Unmenschlichkeit des Napalmkrieges, der sich ja besonders gegen die Zivilbevölkerung richtet, und damit die Folgen seiner Forschung nicht reflektiert. Stattdessen schildert er die Geschichte der Napalmentwicklung primär unter zwei Aspekten. Der eine ist das Thema seines Buches, die wissenschaftliche Methode nämlich, und steht naturgemäß im Vordergrund, der andere hat mit dieser jedoch nichts zu tun und wirft lediglich ein Schlaglicht auf Fiesers Charakter; dies ist der autobiographische und anekdotenreiche Erzählstil, der Aspekt der Selbstdarstellung.

Die naturwissenschaftliche Herangehensweise?

Fieser stellt die Napalm-Entwicklung als wissenschaftliches Problem dar. Ein Stoff mit bestimmten Eigenschaften wird gesucht. Wie geht man methodisch vor? So beschreibt Fieser akribisch den Entflammungstest und führt tabellarisch die Treffer- bzw. »Erfolgsquote« der Probebombardierungen auf.

Dies sind die Daten, die notwendig sind für die Auswahl der »richtigen« Substanz, für die Lösung der wissenschaftlichen Aufgabenstellung. Dafür nicht relevant ist die Wirkung auf den Menschen, weshalb sie folgerichtig nicht betrachtet wird. Ebenso wird nicht überlegt, ob zum damaligen Zeitpunkt die Brandbombenforschung und ihr Einsatz im Krieg erforderlich war und ob dies heute noch so ist. Natürlich hat auch Fieser seinen »gesellschaftlichen Hintergrund« und weiß, wofür er arbeitet – für sein Vaterland und für den Sieg im Krieg. Dies bleibt jedoch diffus und wird – ebensowenig wie die Folgen der Fieserschen Napalmforschung bei der »Feindbevölkerung« diskutiert. Die Frage, welches gesellschaftliche Interesse an den Forschungen besteht und welche Folgen sich daraus ergeben, wird also von Fieser bewußt oder wahrscheinlich eher unbewußt ausgeklammert. Mit dieser Einstellung stellt Fieser sicher keine Ausnahme im Wissenschaftsbetrieb dar. Zwar wird der gesellschaftliche Kontext der eigenen wissenschaftlichen Arbeit von einer steigenden Zahl von Wissenschaftlern reflektiert, gerade im Bereich Rüstung oder Umwelt. Dennoch stellen diese immer noch eine Minderheit dar. Dies verwundert nicht, wenn man bedenkt, daß an den meisten Universitäten in Naturwissenschafts-Studiengängen der gesellschaftliche Hintergrund der Forschung im Pflichtprogramm nicht behandelt wird. Stattdessen bleibt es in Sonderveranstaltungen engagierten Studenten und fortschrittlichen Lehrkräften überlassen, diese Zusammenhänge zu thematisieren.

Fiesers Selbstdarstellung

Die Reduzierung der Napalm-Entwicklung auf die »wissenschaftliche Methode« ließe sich, wenn auch widerstrebend, gerade noch rechtfertigen. Fiesers Buch hingegen beschränkt sich jedoch nicht auf die sachliche Darstellung, sondern liest sich über weite Strecken wie die Schilderungen eines – wenn auch wissenschaftlichen – Kriegsabenteuers, wobei die Begeisterung des Autors für Bomben und Feuer nie verhehlt wird. Als illustrierendes Beispiel will ich die Beschreibung einer Testbombardierung zitieren:

„The program was well planned and the tests went off nicely. B-25s and Dive-bombers on targed with remarkable precision. Napalm competed, in M-74, with an Edgewood version of du Ponts IM-gel; the phosphorus-TNT-burster fought round by round with Ponders magnesium burster. We had some lucky hits and beautiful fires.“

Und über den Napalm-Einsatz im 2. Weltkrieg schreibt Fieser:

„the Napalm filled M-69s (Bombentyp, d. Verf.)developed no fault and scored a high record of success in the bombing of Germany, and a superb record in the Pacific Theatre of operations.“

Diese und ähnliche Schilderungen, gemischt mit Fotografien des Autors in teils heiterer, teils martialischer Pose, lassen ohne Zweifel, daß sich Fieser in seiner Rolle als »war boy«, wie er einmal seine Mitarbeiter bezeichnete, recht wohl fühlte. Dies erklärt auch die oben diskutierte Einstellung.

Wechselspiel zwischen Militär und Wissenschaft

Wie beschrieben, war die Rolle Fiesers bei der Napalm-Entwicklung nicht nur passiv, d.h. er beschränkte sich nicht nur auf die Erledigung der ihm gestellten Aufträge, sondern entwickelte auch Eigeninitiative, wie z.B. bei der Umwidmung der Giftgas-Gelder. Er konnte also entscheidenden Einfluß auf den Gang der Entwicklung nehmen und besaß den Überblick über seinen Arbeitsbereich. Dies war damals, und ist in verstärktem Maße heute, nur einer Minderheit unter den Wissenschaftlern möglich. Dennoch muß man sich fragen, ob nicht Wissenschaftler vom Typ eines Fieser in den großen Forschungsanlagen der USA wie dem Lawrence Livermore Laboratory oder Los Alamos, und in den Beratergremien der Regierung, den Politikern und Militärs vorausdenken, neue Militärtechnologien fördern und damit die Rüstungsspirale weiterdrehen.

Der Beitrag erschien zuerst in der Broschüre »Rüstungsforschung. Geschichte – Struktur – Tendenzen« des AK Kriegsforschung, Tübingen 1985.

Anmerkungen

1) s.u.a. Robert Jungk, Heller als Tausend Sonnen, 1956, und Kipphardt, In der Sache J. Robert Oppenheimer, 1964 Zurück

2) Louis f. Fieser, The Scientific Method, New York 1964 Zurück

3) siehe dazu vor allem auch: J. Takman(Hrsg.) Napalm, Streitschrift und Dokumentation, Dt. Übersetzung Berlin 1968 Zurück

4) National science policies of the U.S.A., Unesco 1968 Zurück

5) Angabe aus Robert Jungk, Heller als Tausend Sonnen Zurück

Beatus Ofenloch-Hähnle ist Chemiker in Tübingen.

in Wissenschaft & Frieden 1989-3: 1989-3

zurück vor

weitere Informationen dieses Fenster ausblenden