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2016-2
Stadt im Konflikt – Urbane Gewalträume

der führenden Wissenschaftszeitschrift
für Friedensforschung, Friedensbewegung und Friedenspolitik

Aktueller Beitrag

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Beschäftigungssituation junger Wissenschaftler*innen verbessern

Stellungnahme des Vorstandes der AFK

Für die Qualität der Friedens- und Konfliktforschung ist das Engagement junger Wissenschaftler*innen unverzichtbar. Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) stuft daher prekäre Arbeitsbedingungen vieler junger Wissenschaftler*innen als ein wichtiges Problem ein.

Insbesondere folgende Aspekte werden mit Sorge gesehen:

  1. die geringe Zahl an unbefristeten Stellen
  2. kurze Vertragslaufzeiten
  3. die Auslagerung von Kernbereichen der universitären Lehre an Lehrbeauftragte auf Honorarbasis oder ohne jegliche Vergütung
  4. die große Zahl an Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen für Aufgaben, die eine höhere Arbeitszeit erfordern
  5. der qualifikationsfremde Einsatz von Beschäftigten auf Qualifikationsstellen sowie der Ersatz von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen durch Stipendien
  6. die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie sozialem Leben bedingt durch hohen Qualifikations- und Karrieredruck und unsichere Berufsperspektiven
  7. die mangelnde Anerkennung von Stipendien, außerakademischer Arbeitserfahrung sowie von Lehraufträgen für die Festlegung der Erfahrungsstufen im TVL

Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, mit Behinderungen und junge Wissenschaftler*innen of Colour sind von den genannten Aspekten besonders betroffen.

Die AFK unterstützt den von Nachwuchswissenschaftler*innen der Sektion Internationale Beziehungen innerhalb der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft initiierten offenen Brief „Wissenschaft als Beruf – für bessere Beschäftigungsbedingungen und planbare Perspektiven“ sowie den offenen Brief an die DGS „Für gute Arbeit in der Wissenschaft“.

Aus Sicht des Vorstands der AFK sollten die geschilderten Probleme im Dialog mit den wissenschaftlich-politischen Institutionen und Entscheidungsträger*innen sowie den Verantwortlichen in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen bearbeitet werden. Dabei ist die effektive Mitwirkung des wissenschaftlichen Nachwuchses selbst wünschenswert. Zentrale Faktoren wie der Umfang und die Struktur der Wissenschaftsförderung durch die EU, den Bund und die Länder sowie die durch das Wissenschaftszeitvertragsgesetz gegebenen Bedingungen erfordern politische Reformen. Nichtsdestotrotz sind die Forschungsinstitutionen, Hochschulen und jeweiligen Vorgesetzten in der Pflicht, die Arbeitsbedingungen für junge Wissenschaftler*innen zu verbessern. Der Vorstand der AFK fordert die Hochschulen und Forschungseinrichtungen vor diesem Hintergrund auf, die Prinzipien des von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften entworfenen »Herrschinger Kodex« zu unterstützen, deren Umsetzung aktiv voranzubringen und alle darauf gerichteten Initiativen tatkräftig zu unterstützen.

Augsburg, den 25.04.2016
Prof. Dr. Conrad Schetter 1. Vorsitzender
Prof. Dr. Bettina Engels 2. Vorsitzende

Die Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung ist Mitherausgeberin von Wissenschaft und Frieden

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2016-2 Stadt im Konflikt – Urbane Gewalträume

W&F-Ausgabe 2-2016 enthält im Schwerpunkt »Stadt im Konflikt – Urbane Gewalträume« Artikel zu ganz unterschiedlichen Aspekten von Krieg, Konflikt und Gewalt im städtischen Umfeld: der Zusammenhang von Stadt, Land und Krieg; künstliche Städte als Übungsräume für aktuelle und künftige Kriege; architektonisch-psychologische Überlegungen zu Stadt und Gewalt; städtische Widerstandsformen; Flucht und Rassismus im Kontext der Stadt …

Weitere Artikel befassen sich mit dem Bundeswehreinsatz gegen den »Islamischen Staat«, der Idee eines »Mächtekonzerts« für das 21. Jahrhundert, Drohnen und Helden sowie einem Projekt der Bürgerwissenschaften.

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Dossier 82

Gescheiterter Friedensprozess und Bürgerkrieg in der Türkei

 Gescheiterter Friedensprozess und Bürgerkrieg in der Türkei

Anfang 2013 rief der inhaftierte PKK-Vorsitzende Abdullah Öcalan nach Gesprächen mit der türkischen Regierung den Beginn einer demokratischen Ära aus. Die Waffen sollten einem Wettbewerb der Ideen weichen, die Guerilla sich aus der Türkei zurückziehen. Drei Jahre später muss nicht nur das Scheitern der Verhandlungen, sondern auch eine militärische Eskalation des Konflikts festgestellt werden. Seit Monaten werden urbane Zentren der überwiegend kurdisch besiedelten Region in der Türkei bombardiert, und in zahlreichen Städten findet ein Häuserkampf statt. Im Dossier »Gescheiterter Friedensprozess und Bürgerkrieg in der Türkei« werden die Ursachen der aktuellen Eskalation diskutiert und Einsichten in den Charakter des Konflikts vermittelt.

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Gastkommentar

zum Artikel Verschärfte Konfrontation oder Entspannung?

Andreas Zumach
Gastkommentar

Abbau, Fortsetzung oder gar Verschärfung der Konfrontationspolitik mit Russland – vor dieser Alternative steht der NATO-Gipfel Anfang Juli in Warschau. Die polnischen Gastgeber rufen am lautesten nach einer Verschärfung der Konfrontation, die noch über die bereits beschlossenen Maßnahmen sowie die von den USA angekündigten unilateralen Schritte hinaus gehen soll, bis hin zu einer dauerhaften Stationierung von NATO-Truppenverbänden und Waffen in den osteuropäischen Mitgliedsstaaten. Das wäre ein klarer Verstoß nicht nur gegen den Geist, sondern auch gegen die Buchstaben der 1997 zwischen der damals noch rein westlichen Militärallianz und Russland vereinbarten Grundakte, in deren praktischen Umsetzung 2002 der NATO-Russland-Rat etabliert wurde. Mit der Grundakte wollte die NATO Moskaus Bedenken gegen die Osterweiterung der Allianz beschwichtigen, die beschlossen und vollzogen wurde unter Bruch des Versprechens, mit dem die Regierungen Kohl/Genscher und Bush/Baker im Februar 1990 die Zustimmung Gorbatschows zur deutschen Wiedervereinigung erlangt hatten.

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In der aktuellen Ausgabe

zum Artikel Stadt – Land – Krieg

Unsicherheit in urbanen Gewalträumen

Jürgen Scheffran

Dem Wechselspiel zwischen Stadt und Land kam und kommt in Kriegen oftmals eine wichtige Rolle zu. Aufgrund der Bevölkerungsdichte, Versorgungsinfrastruktur und Machtkonzentration sind Städte verwundbare Ziele von Gewalthandlungen, die erhebliche Schutzmaßnahmen erfordern. Ausgehend von der zunehmenden Urbanisierung und damit verbundener Dynamiken der Unsicherheit, analysiert der Beitrag Trends von Stadtkriegen und militärischen Interventionen sowie der Abwehr, Abschottung und Überwachung, um Metropolen vor gewaltinduzierten Sicherheitsrisiken zu bewahren.

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zum Artikel Flucht, Stadt und Rassismus

Geflüchtete in europäischen Städten

René Kreichauf

Lagerähnliche Aufnahme- und Unterbringungspraktiken wurden im Kontext einer europäischen Angst vor Flüchtlingen als Teil asylfeindlicher Gesetzesvorhaben über Jahrzehnte etabliert. Die städtische Wohnversorgung von Geflüchteten spiegelt daher die Verräumlichung einer Gesetzgebung wider, die auf Ausgrenzung zielt. An den Beispielen Kopenhagen, Berlin und Madrid zeigt der Artikel die Strukturen, rassistischen Motive und Folgen dieser Lagerunterbringung auf.

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zum Artikel Zurück voran?

Die Idee eines Mächtekonzerts für das 21. Jahrhundert

Lothar Brock & Hendrik Simon

Dass die Welt aus den Fugen gerät, ist eine inzwischen weit verbreitete Einschätzung der weltpolitischen Lage. Aber was tun, um sie doch noch zusammenzuhalten und auf einen besseren Kurs zu bringen? Noch bevor Russland und der Westen sich so richtig entzweiten, bemühte sich eine Forschergruppe aus Frankfurt zusammen mit Kollegen aus Russland und den USA darum, Licht in das Halbdunkel dieser Frage zu bringen. Ein Ergebnis ihrer Beratungen war der Vorschlag, nach dem historischen Vorbild des frühen 19. Jahrhunderts ein »Konzert der (Groß-) Mächte« einzurichten. Läuft der Rückgriff auf frühere Kooperationsansätze auf einen Rückfall hinter die Bemühungen der vergangenen 25 Jahre hinaus, das Gebot der kollektiven Friedenssicherung gegen einen hegemonialen Unilateralismus zu verteidigen? Bietet das 19. Jahrhundert in dieser Hinsicht Anlass zu (verhaltenem) Optimismus? Oder sprechen die historischen Erfahrungen eher gegen den Versuch, die vorhandenen Kakophonien unter Leitung der Großmächte in einem globalen Konzert zusammenzuführen?

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deren Förderung 2007 diese Internetpräsentation von Wissenschaft & Frieden ermöglicht hat

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Unser Dank gilt der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die 2009 die Überarbeitung dieser Internetseiten förderte

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