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1 Artikel
1989-3
Matthias Gatzemeier
Arbeitsverweigerung aus Gewissensgründen
Philosophische Überlegungen zum »Neusser Ärztefall«
Ein Arzt und eine Ärztin haben unter Berufung auf ihr Gewissen die Mitwirkung an der Erforschung einer Substanz abgelehnt, die nach ihrer Darstellung nicht nur dazu geeignet ist, sondern dezidiert zu dem Zweck entwickelt werden sollte, die Einsatzfähigkeit von nuklear verstrahlten Soldaten in einem Atomkrieg zu erhalten bzw. kurzfristig zu verlängern. Die Firma Beecham-Wülfing in Neuss, hat daraufhin die Arbeitsverhältnisse gekündigt. Die Kündigungsschutzklagen der Betroffenen wurden vom ArbG Mönchengladbach (am 12.8.1987) und vom LAG Düsseldorf (am 22.4.1988) zurückgewiesen. – Das BAG hat in seinem Urteil vom 24.5.1989 den Rechtsstreit an das LAG Düsseldorf zurückverwiesen [Da die ausführliche Urteilsbegründung des BAG noch nicht vorliegt, kann sie hier nicht berücksichtigt werden]. Die Rechtsprechung im »Neusser Ärztefall« hat allgemein Aufsehen erregt. Sie wurde verschiedentlich aus juristischer und politischer Sicht kritisch kommentiert.1 Im folgenden sollen die philosophischen, d.h. vor allem die ethischen und argumentationstheoretischen Implikationen des Falles untersucht werden.
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Ethik/Philosophie
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