Alexander King: 2 Artikel
2010-2
Alexander King
Wiederaufbau in Haiti
Von außen oder von unten?
Verfluchtes Land, ewiger Bittsteller, Fass ohne Boden – so kennen wir Haiti von jeher aus der Berichterstattung. Das Erdbeben, das am 12. Januar 2010 die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince und umliegende Städte zerstörte, hat dieses Bild geradezu grotesk zugespitzt. Haiti braucht Hilfe, Unterstützung beim Wiederaufbau. Aber in welcher Form?
Die UN-Militärmission MINUSTAH, die mit 7.000 Soldaten und 2.000 Polizisten seit 2004 in Haiti stationiert ist, wurde nach dem Erdbeben um 2.000 Soldaten und 1.500 Polizisten verstärkt. Dazu kommt der enorme militärische Aufmarsch von zeitweise über 20.000 US-Soldaten, der sich nach dem Erdbeben in Port-au-Prince vollzog. Die EU schickte 300 Gendarmen und kündigte eine eigene Militärmission an. Soldaten und Gendarmen, so wird argumentiert, seien nötig, um die Ankunft und Verteilung der humanitären Hilfe abzusichern. Vor Ort tätige Hilfsorganisationen, wie medico international oder die Diakonie, sehen das ganz anders.