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Afghanistan-Krieg – Lug und Trug um die KostenAls Linker freut mensch sich ja immer, wenn wichtige Erkenntnisse, die schon seit Längerem in Medien verbreitet werden, die nicht dem Main-Stream zugehören, auch in bürgerlichen Quellen aufgegriffen und bestätigt werden. Die Kosten eines Krieges gehören natürlich, neben Daten zu Desertionen und Selbstmorden, zu den sensibelsten; zumal in einem Land wie Deutschland, wo ein Volk erst noch gewöhnt werden muss ans Intervenieren und Kriegführen.
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Nachdem Auftritt des iranischen Präsidenten vor der New Yorker Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrages füllt seine Polemik gegen die USA wieder die Schlagzeilen. Kaum einer geht darauf ein, dass es im ersten Teil seiner Rede eine eindeutige Absage an die Entwicklung und den Besitz von Atomwaffen gab. Anstatt das Politiker und Medien konstruktive Elemente aufgreifen, wird das Feindbild gepflegt.
Das gilt nicht nur, wenn es um Ahmadinedschad geht – der es darauf anzulegen scheint-, es bestimmt leider weitgehend die Debatte um »die Muslime« und »den Islam«. Vielfalt und Friedensvorstellungen sind unterbelichtet in unserem Land. W&F will mit dieser Ausgabe eine kleinen Beitrag dazu leisten, dass sich das ändert.
Außerhalb des Schwerpunktes finden Sie u.a. Beiträge zur Chemie-Waffen-Abrüstung, zu US-Raketenabwehrplänen in Europa und zur zivilen Konfliktbearbeitung.
Delegierte aus fast 190 Staaten sind zur 8. Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags in New York zusammengekommen. Barak Obamas Plädoyer für eine atomwaffenfreie Welt und der neue START-Vertrag könnten optimistisch stimmen. Doch der Gegenwind in den USA und die Störmanöver einiger Länder sind nicht zu unterschätzen.
Das W&F-Dossier dokumentiert die Geschichte des »Nuklearen Nichtverbreitungsvertrages«, enthält den Vertragstext von 1970 und andere wichtige Dokumente, befasst sich mit den Voraussetzungen für einen Erfolg der New Yorker Konferenz und dem möglichen deutschen Beitrag, es informiert über die Kampagne »unsere zukunft – atomwaffenfrei«.
Afghanistan: Militarisierung der Hilfe
Als der neue Entwicklungsminister Niebel, kaum im Amt, verlauten ließ, dass Hilfsorganisationen sich andere Geldgeber suchen müssten, wenn sie nicht mit der Bundeswehr in Afghanistan zusammenarbeiten wollten, ging ein Schrei der Entrüstung durch parlamentarische Opposition, NRO-Szene und entwicklungspolitisch interessierte Öffentlichkeit. Dabei hatte Niebel nur etwas auf den Punkt gebracht – zugegebenermaßen diplomatisch nicht sehr geschickt verpackt –, was schon unter der vorherigen Regierung längst gängiges Credo war: nämlich das Konzept der »Vernetzten Sicherheit« oder, wie es im NATO-Jargon heißt, des »Comprehensive Approach«.
»Der« Islam?In Deutschland leben über vier Millionen Muslime, und dies oft schon in der dritten Generation. Die meisten stammen aus der Türkei. Mittlerweile sind 45 Prozent der Muslime in Deutschland eingebürgert. Rund ein Drittel lebt in Nordrhein-Westfalen, und manchmal stellt dort die muslimische Schülerschaft die Mehrheit in den Klassen. Auch wenn nicht alle Muslime als streng gläubig anzusehen sind, sind sie jedoch religiöser als die meisten ihrer nicht-muslimischen Mitbürger. Was sind die Grundgedanken des Islam – der nach dem Christentum zweitgrößten Weltreligion –, zu dem sich mehr als eine Milliarde Menschen bekennt? Welche Bedeutung kommen dem Koran, der »Sunna« und Muhammad als Religionsstifter zu? Längst meinen die meisten zu wissen, was »den« Islam ausmacht: Gewaltbereitschaft, Antimodernismus, fehlende Integrationsbereitschaft und damit einhergehende muslimische Parallelgesellschaften in Europa. Die Wirklichkeit ist deutlich differenzierter.
Stärker, schlauer, schnellerIn der deutschen Öffentlichkeit entstand im Herbst 2009 der Eindruck, die Raketenabwehrpläne der Vereinigten Staaten aus der Ära Bush würden aufgegeben, insbesondere die Stationierung von Komponenten in Polen und der Tschechischen Republik. Hatte US-Präsident Barack Obama doch im September 2009 einen radikal neuen Ansatz für die Abwehr ballistischer Raketen verkündet. Die Medien bei uns berichteten ausführlich über den vorgeblichen Verzicht. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Raketenabwehr erlebt unter Obama eine wahre Renaissance – gerade auch in Europa.
11 Jahre WiderstandSie kamen jedes Jahr nach Reckershausen im Hunsrück – elf Jahre lang. Von 1983 bis 1993 schlugen sie auf »Adeles Wiese« ein bis zwei Monate ihre Zelte auf und machten sich in jeder Hinsicht breit. »Sie«, das waren bis zu 2.000 Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet, aber auch aus anderen Ländern wie der Schweiz, Österreich und Dänemark, die gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen bzw. Marschflugkörpern und gegen den alltäglichen Krieg gegen Frauen, Lesben und Mädchen protestierten und mit phantasievollen, teils spektakulären Aktionen Widerstand leisteten.
Wenn sie W&F für zwei Jahre abbonieren, geben wir Ihnen eine dieser interessanten Veröffentlichungen dazu:
Zerstörter Irak – Zukunft des Irak?
von Johannes M. Becker und Herbert Wulf (Hg.)
ISBN 978-3-8258-1200-3
Krieg und Frieden.
Handbuch der Konflikt- und Friedenspsychologie
von Gert Sommer und Albert Fuchs (Hg.)
ISBN 978-3-621-27536-1
25 Jahre W&F auf CD-ROM
25 Jahre W&F auf CD-ROM: Ein einmaliges Zeitdokument
für alle friedenspolitisch Engagierten, für Wissenschaft und Politik.
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Ein Exemplar kostet 19.- €
Redaktion und Vorstand von W&F bedanken sich bei der Deutschen Stiftung Friedensforschung,
deren Förderung 2007 diese Internetpräsentation von Wissenschaft & Frieden ermöglicht hat
Unser Dank gilt der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die 2009 die Überarbeitung dieser Internetseiten förderte