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2015-2
Technikkonflikte

der führenden Wissenschaftszeitschrift
für Friedensforschung, Friedensbewegung und Friedenspolitik

Aktueller Beitrag

öffnen Export von Kriegswaffen verdoppelt

Jürgen Nieth

Bundeskabinett verabschiedet Rüstungsexportbericht 2014
Das Bundeskabinett hat am 24. Juni 2015 den Rüstungsexportbericht 2014 verabschiedet. Es ist der erste, den die CDU/CSU/SPD-geführte Bundesregierung verantwortet. Der Bericht verzeichnet einen Rückgang der Rüstungsexporte der deutschen Industrie um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es wurden Lieferungen im Gesamtwert von 6,5 Milliarden Euro genehmigt. Laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI steht die Bundesrepublik weltweit damit auf Platz vier der Rüstungsexporteure, hinter USA, Russland und China.
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2015-2 Technikkonflikte

Technik begleitet in unserer hoch entwickelten Welt das Leben in fast jeder erdenklichen Hinsicht, vom Laubbläser (statt eines Besens) bis hin zur High-tech-Kriegsmaschinerie. Technik beeinflusst, wie Menschen handeln und interagieren, und ist in vielfältiger Weise in Konflikte involviert, sei es als Konfliktgegenstand, aufgrund ihrer (oft unerwünschten oder nicht vorhergesehenen) Folgen oder als Waffe.
Technik bzw. ihr Einsatz ist kaum zu trennen von unserem Wirtschaftssystem und der industriellen »Mega-Maschine«, die dieses hervorgebracht hat.
Die Artikel in diesem Heft werfen Schlaglichter auf unterschiedliche Aspekte von Technik – von ihrer kleinsten Ausprägung, der Nanotechnik, bis zum weltumspannenden Cyberspace, und von der Militanz kapitalistisch geformter Technik bis zu Überlegungen zu deren Rückbau in Richtung angepasster Technologien.

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Dossier 78

Zivilklauseln

Lernen und Forschen für den Frieden

 Zivilklauseln

Vor etwa sechs Jahren wurden Zivilklauseln wieder zum Thema. Seither bildete sich unter Beteiligung aller universitärer Statusgruppen eine neue Zivilklausel-Bewegung; sie macht sich dafür stark, dass an wissenschaftlichen Einrichtungen ausschließlich für zivile Zwecke geforscht, gelehrt und gearbeitet wird.
An mehr als zwanzig Universitäten wurden vorhandene Zivilklauseln reaktiviert oder neue Regelungen durchgesetzt. Sogar in zwei Landeshochschulgesetzen konnten Zivilklauseln verankert werden, in weiteren Bundesländern wird darüber diskutiert. Im W&F-Dossier 78, Zivilklauseln – Lernen und Forschen für den Frieden«, ziehen einige Beteiligte eine Zwischenbilanz.

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Gastkommentar

zum Artikel Syrien nicht im Stich lassen!

Robert Lindner
Gastkommentar

Die Kämpfe in Syrien nehmen kein Ende; über vier Jahre dauert die humanitäre Krise bereits. Mehr als elf Millionen Menschen – über die Hälfte der syrischen Bevölkerung – benötigt Hilfe zum Überleben. Etwa 7,6 Millionen sind im eigenen Land vor der Gewalt auf der Flucht, vier Millionen sind ins Ausland geflohen. In Syrien selbst leben 200.000 Menschen in belagerten Städten, wo sie unter Hunger leiden und kaum Zugang zu Trinkwasser haben. Immer mehr Menschen erreicht noch nicht einmal Nothilfe: 4,8 Millionen halten sich derzeit in Gebieten auf, die von den Vereinten Nationen (UN) als schwer zugänglich definiert werden. Vor unser aller Augen spielt sich in Syrien eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der Gegenwart ab. Dennoch gilt die Aufmerksamkeit von Regierungen und Öffentlichkeit vor allem dem Krieg und dessen Akteuren. Das alltägliche Leid der normalen Menschen, die nichts mit der Gewalt zu tun haben, kommt hingegen viel zu kurz.

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In der aktuellen Ausgabe

zum Artikel Die Mega-Maschine

Zur strukturellen Militanz kapitalistisch geformter Technik

Wolfgang Neef

Technik war zu allen Zeiten ein in Materie umgesetztes soziales Konzept. Die Leitbilder »moderner« Naturwissenschaft und Technik und ihre Methoden abstrahieren von allen menschlichen und natürlichen Bedingungen, die nicht quantifizierbar sind, also von fast allen Eigenschaften lebendiger Wesen. Das haben sie mit dem Kapitalismus gemeinsam, der die Komplexität von Ökonomie auf das Wertgesetz von »Lohn, Preis und Profit« reduziert. Kombiniert in der »Industriellen Revolution«, entwickeln sie seitdem ein gewaltiges Potential zur Veränderung und Durchdringung natürlichen und menschlichen Lebens. Realisiert als »Mega-Maschine«, die ihr exponentielles Wachstum durch die Ausbeutung fossiler Energiequellen und stofflicher Ressourcen möglich gemacht hat, missachtet sie zunehmend alle gesellschaftlichen und natürlichen Grenzen und wirkt so zerstörerisch auf die sozialen und ökologischen Lebensgrundlagen.

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zum Artikel Dual-use als Strategie

Europa, der Weltraum und die Sicherheit

Regina Hagen

Als Ronald Reagan vor 31 Jahren sein Star-Wars-Programm bekannt gab, führte das nicht nur zu einer weltweiten Protestbewegung, es löste auch eine breite Debatte aus über Realisierbarkeit und Kosten. In den Folgejahren dominierten die Zweifel, viele Wissenschaftler verweigerten die Mitwirkung, und nach dem Ende des Kalten Krieges verschwand das Thema weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung, allerdings nicht aus den Köpfen von Politikern und Militärs. Dabei steht für die meisten Staaten nicht die Stationierung von Weltraumwaffen im Mittelpunkt, sondern die Entwicklung von Weltraumtechnik für militärische Zwecke . Dies gilt nicht nur für die militärischen Großmächte, sondern auch für Europa.1

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zum Artikel Der cyber- militärische Komplex

Die dunkle Seite des Silicon Valley

Daniel Leisegang

Den Begriff »militärisch-industrieller Komplex« prägte US-Präsident Dwight D. Eisenhower vor gut 50 Jahren. Er beschrieb damit eine Entwicklung, in der die Rüstungsindustrie durch den Zweiten Weltkrieg und im Zuge des Kalten Krieges erheblich an Einfluss auf die politischen Entscheidungen in Washington gewann. Die technische Entwicklung ist seither rasant fortgeschritten; es sind vollständig neue Technikfelder entstanden, in aller Regel mit erheblichem militärischen oder Dual-use-Potential. Im digitalen Bereich, im »Cyberraum« ist die Verknüpfung von Militär und Industrie besonders eng, wie der Autor hier an zahlreichen Beispielen aufzeigt.

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zum Artikel Der lange Abschied Russlands von KSE

Hans-Joachim Schmidt

Mitte März berichteten die deutschen Medien, Moskau habe einseitig den KSE-Vertrag aufgekündigt. Diese Meldungen zeichneten ein schiefes Bild von der Situation, von einer Vertragskündigung war nämlich nicht die Rede. Dass das KSE-System bröckelt, ist dennoch unübersehbar. Und es deutet alles darauf hin, dass Rüstungskontrolle zwischen Russland und den Ländern des Westens vorläufig ein schwieriges Thema bleibt.

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Redaktion und Vorstand von W&F bedanken sich bei der Deutschen Stiftung Friedensforschung,
deren Förderung 2007 diese Internetpräsentation von Wissenschaft & Frieden ermöglicht hat

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Unser Dank gilt der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die 2009 die Überarbeitung dieser Internetseiten förderte