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2013-2
Kriegsfolgen

der führenden Wissenschaftszeitschrift
für Friedensforschung, Friedensbewegung und Friedenspolitik

Aktueller Beitrag

öffnen Sicherheitssektorreform – ein wichtiger Baustein ziviler Krisenprävention

Herbert Wulf

Am 15. April 2013 nahm Prof. Dr. Herbert Wulf anlässlich einer Anhörung vor dem Unterausschuss »Zivile Krisenprävention und vernetzte Sicherheit« im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages zur Reform des Sicherheitssektors Stellung. Wir dokumentieren im Folgenden seine Ausführungen.
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2013-2 Kriegsfolgen

Je länger Kriege dauern, desto mehr schwindet das mediale und öffentliche Interesse am »normalen« Kriegsgeschehen. Mit den Folgen eines Krieges bleiben die Menschen vor Ort oft allein. Dabei wirken sich Kriege – beispielsweise auf die Ökonomie und Umwelt eines Landes oder auf die körperliche und seelische Gesundheit der Menschen – nicht nur kurzfristig, sondern teilweise über sehr lange Zeiträume und mehrere Generationen aus. Einige Kriegsfolgen zeigen die AutorInnen dieser Ausgabe exemplarisch anhand einiger Länder auf.

Die Artikel außerhalb des Schwerpunktes beschäftigen sich mit der Willkür staatlichen Handelns an den »Staatsrändern«, mit der praktischen Wirkung von Friedenslehre in Uganda, mit dem Konfliktpotential des Uranbergbaus in Afrika sowie mit der (häufig mangelnden) Bindung von UN-Friedensmissionen an Völker- und Menschenrecht.

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Dossier 73

China: bedenklich sicher

Zum Zusammenhang von Dissens, Innerer Sicherheit und Außenpolitik in der VR China

 China: bedenklich sicher

Die neue Führung der Volksrepublik China um Partei- und Staatschef Xi Jinping wurde auf dem Nationalen Volkskongress im März 2013 gewählt. Sie steht vor vielen Herausforderungen, darunter vielfältige Konflikte fast vor der Haustüre: die eskalierenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel, Grenzkonflikte mit den Staaten Südostasiens und mit Indien, Streitereien um die Inselgruppen Spratly und Paracels im Südchinesischen Meer und um die Diaoyutai-/Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer.
Diese Konflikte haben Auswirkungen auf die Innenpolitik Chinas, da sie von der Regierung in Beijing auch dazu genutzt werden, inneren Dissens zu überdecken oder bestimmte Politiken als legitim durchzusetzen. Der vom Staat zu diesem Zwecke initiierte Nationalismus, so die These des Autors Andreas Seifert, braucht ständig neue Feindbilder, um nach innen befriedend zu wirken und soziale Konflikte zu überdecken. Das W&F-Dossier beleuchtet diesen Aspekt der chinesischen Politik sowie die Rückwirkungen auf den Staat und seine Außenpolitik.

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Gastkommentar

zum Artikel Kandidat, wie stehst Du dazu?

Karl Grobe
Gastkommentar

Der Suche nach Exoplaneten ist eine utopische Dimension zugewachsen, seit menschliches, industrielles, gewinngetriebenes Handeln den Zustand des Planeten Erde erkennbar beeinträchtigt. Nicht mit realistischer Hoffnung, aber doch mit sachlichem Interesse forschen Astronomen, ob es Himmelskörper gibt, die der Erde vergleichbare Umweltbedingungen bieten, also bewohnbar – besiedelbar – wären, käme man eben dorthin. Das war über ein Jahrhundert Thema der Science-Fiction-Literatur. Sie reicht bis zur fiktiven Schilderung eines fernen, sehr erdähnlichen Planeten, auf dem augenscheinlich Krieg herrscht, Raketensalven um den Globus herum mit Raketensalven beantwortet werden, aber ebenso augenscheinlich kein denkendes Wesen (mehr) lebt. Vielmehr werden die Zerstörungsgeräte vollautomatisch produziert, programmiert und abgeschossen; Tötungsgeräte, also Waffen im herkömmlichen Sinn, sind sie nicht mehr, weil es da nichts mehr zu töten gibt.

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In der aktuellen Ausgabe

zum Artikel Das zerrissene Geflecht der Seele

Langzeitfolgen des Konflikts in Guatemala

María Cárdenas & Philipp Schultheiss

Mit der Anklage gegen den ehemaligen Diktator und Ex-General Ríos Montt ist Guatemala das erste Land weltweit, in dem einem ehemaligen Staatsoberhaupt vor einem nationalen Gericht wegen Völkermordes der Prozess gemacht wird. Doch die Gesellschaft ist hinsichtlich der Frage gespalten, ob die Vergangenheit ruhen soll oder ob erst ihre Aufarbeitung einen Neuanfang des Landes ermöglichen kann. Um zu verstehen, weshalb der öffentliche Diskurs diesbezüglich noch immer so polarisiert ist, müssen die strukturellen, sozial- wie individualpsychologischen Langzeitfolgen des internen Konflikts ins Auge gefasst werden, die bis heute in die guatemaltekische Gesellschaft hineinwirken. Die beiden Autor_innen sind dieser Frage vor Ort nachgegangen und führten hierzu Interviews und Gruppendiskussionen mit Betroffenen.

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zum Artikel »Agent Orange«-Opfer

Ethnopsychoanalytische Betrachtung der Nachkriegsfolgen in Vietnam

Natalie Wagner

Vietnam erzählt bei der Betrachtung von Kriegsfolgen eine ganz eigene Geschichte. Was den Vietnamkrieg (1964-1975) von anderen Kriegen unterscheidet, ist der gezielt massive Einsatz von Chemiewaffen. »Agent Orange« – eine neue Kriegswaffe, eingesetzt zur Zerstörung des Dschungels und der Ernte sowie zur Schwächung des Feindes – ist bis heute ein politisches, medizinisches und öffentliches Thema; noch immer führt sein Einsatz bei der Bevölkerung zu Behinderungen in erheblichem Ausmaß.

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zum Artikel »Agents for Peace«

Potenziale für sozialen Wandel durch Friedenslehre

Lydia Marion Koblofsky

Spätestens seit der Einrichtung eigenständiger Postgraduiertenprogramme hat sich die Friedens- und Konfliktforschung international als akademische Fachdisziplin etabliert. Doch Ansatz und Anspruch der entstandenen Studiengänge sind divers. »Friedenslehre«, »Friedenserziehung« oder »Friedens- und Konfliktforschung«: Schon die Vielzahl unterschiedlicher Bezeichnungen weist auf konzeptionelle Differenzen hin. Können und sollen Studiengänge der Friedens- und Konfliktforschung einen Beitrag zum »Frieden« leisten? In einer empirischen Studie untersuchte Lydia Koblofsky von Dezember 2010 bis Mai 2011 das Friedenspotenzial des »Peace and Conflict Studies Programme« der Makerere University in Uganda.

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Redaktion und Vorstand von W&F bedanken sich bei der Deutschen Stiftung Friedensforschung,
deren Förderung 2007 diese Internetpräsentation von Wissenschaft & Frieden ermöglicht hat

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Unser Dank gilt der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die 2009 die Überarbeitung dieser Internetseiten förderte