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2014-4
Soldat sein

der führenden Wissenschaftszeitschrift
für Friedensforschung, Friedensbewegung und Friedenspolitik

Aktueller Beitrag

öffnen Keine Kriegswaffen in den Irak liefern – sofort humanitär helfen, politisch umsteuern

Jürgen Grässlin

Warum der Beschluss zur Lieferung deutscher Kriegswaffen in den Irak fundamental falsch ist und was stattdessen getan werden muss
Der Beschluss der Bundesregierung vom 20. August 2014 und die Stellungnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel vom 24. August 2014, kurdische Kämpfer im Norden des Iraks mit deutschen Kriegswaffen hochzurüsten, setzt die Jahrzehnte währende Tradition deutscher Kriegswaffenlieferungen in Krisen- und Kriegsgebiete ungehemmt fort. Neu ist, dass ein nichtstaatlicher Akteur in einem Krieg beliefert wird.
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2014-4 Soldat sein

Bei Texten zum Militär oder, spezieller, zur Bundeswehr stehen häufig Aspekte wie der militärische Apparat, die technische Ausrüstung und Bewaffnung oder die politischen Hintergründe und Bedingungen von Auslandseinsätzen im Vordergrund. Diese Ausgabe von W&F nimmt im Schwerpunktthema »Soldat sein« hingegen die SoldatInnen selbst in den Fokus. Die Artikel beschäftigen sich mit Soldatenbildern in Deutschland und Europa, mit der Frage, wer sich eigentlich zum Dienst in der Bundeswehr entscheidet und was dieser Dienst mit ihm oder ihr tut, mit Soldatinnen und Veteranen, mit der therapeutischen Betreuung von SoldatInnen und mit der Relevanz des eigenen Gewissens bei der Befolgung von Befehlen.

Außerhalb des Schwerpunkts loten unsere AutorInnen die aktuelle Diskussion um Verantwortung in der Außenpolitik aus, befassen sich mit der Darstellung von Krieg in unterschiedlichen Medien und informieren über den wenig bekannten Kampf Kubas gegen terroristische Aktivitäten, die in den 1990er Jahren und darüber hinaus von Florida, also von den USA ausgingen, und seiner völkerrechtlichen Einordnung.

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Dossier 76

In wessen Namen?

Ein kritischer Blick auf die »Schutzverantwortung«

 In wessen Namen?

Alleine während der vergangenen zwölf Monate kam es zu vielfachem Eingreifen auswärtiger Mächte in Konflikte in formal souveränen Ländern: im Südsudan, in Zentralafrika, in Mali, in der Ukraine und anderswo. Diese sehr unterschiedlichen Eingriffe in sehr unterschiedliche Konfliktsituationen werden sehr unterschiedlich bewertet: als Unterstützung in einer Krisensituation, als Prävention in einem sich abzeichnenden Völkermord oder als aggressive Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Staates. Wann und wie internationales Eingreifen gerechtfertigt oder gar geboten erscheint, darüber findet seit vielen Jahren eine kontroverse Diskussion unter dem Schlagwort »Schutzverantwortung« statt. Auf dieses Konzept werfen Lou Pingeot und Wolfgang Obenland im Dossier »In wessen Namen?« einen kritischen Blick.

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Gastkommentar

zum Artikel Gaza-Krieg - bis zum nächsten Mal?

Udo Steinbach
Gastkommentar

Regierungen von 50 Staaten schickten Vertreter nach Kairo. Am 12. Oktober trafen sie sich dort in Sachen Gaza, diesmal als Geber für den Wiederaufbau der Stadt und des »Streifens«. Das Ergebnis (mehr als vier Milliarden Euro) übertraf sogar die palästinensischen Erwartungen.

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In der aktuellen Ausgabe

zum Artikel Sozialisation im Militär

Maja Apelt

Die militärische Sozialisation vollzieht sich nicht nur in der Grundausbildung, sondern während der gesamten Dienstzeit und vor allem in den Einsätzen selbst. Die Frage, welche funktionalen und dysfunktionalen Wirkungen sie im Hinblick auf die Handlungsfähigkeit in den Einsätzen und die Identitätsentwicklung hat, ist allerdings weitgehend ungeklärt. Dies ist problematisch, und zwar sowohl hinsichtlich der widersprüchlichen Anforderungen in den Einsätzen als auch des Verhältnisses von Militär und Gesellschaft.

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zum Artikel Veteranen

Michael Daxner

Veteranen? Sind das nicht die betagten Herren, die, manchmal in ihrer alten Uniform, bei Gedenkfeiern und Jahrestagen stramm stehen, ihre Orden stolz an der Brust? Oder die ärgerlichen Männer, die als »Veterans for Peace« Proteste gegen die laufenden Kriege organisieren? Mit solchen Klischees hat Michael Daxner bei seinem Nachdenken über Veteranen der Bundeswehr nichts im Sinn.

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zum Artikel Gewissen und moderne Kriegführung

Primat der Politik und Grenzen des Gehorsams

Jürgen Rose

In Zeiten des »Global War on Terror«, der Interventions-, der Präventiv- und Angriffskriege, von Cyberwar und massiv ausgeweiteten Drohnenangriffen, in Zeiten eklatanter Völkerrechts- und Kriegsverbrechen, von Folterexzessen und der Aushöhlung fundamentaler Menschen- und Bürgerrechte mag der Verdacht aufkeimen, bei dem Terminus »Soldat« handle es sich um ein Akronym, das ausbuchstabiert bedeutet: „Soll ohne langes Denken alles tun.“ 1 Dem steht entgegen, dass Soldaten im Sinne des »Staatsbürgers in Uniform« mit ihrer Verpflichtungserklärung für den Dienst bei der Bundeswehr weder ihre staatsbürgerlichen Pflichten noch ihr Gewissen abgeben (dürfen). Viele Soldaten sind sich ihrer Verantwortung bewusst und reagieren mit Gehorsamsverweigerung auf Befehle, die sie als unrechtmäßig erachteten.

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zum Artikel The Responsibility to be Responsible

Über Außenpolitik und Verantwortung

Hanna Pfeifer & Kilian Spandler

„Im Jahr 2014 scheint unsere Welt aus den Fugen geraten“, resümierte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (2014c) jüngst die globalen Konflikte und Krisen, mit denen sich die Weltgemeinschaft konfrontiert sieht. Angesichts der sich wandelnden Herausforderungen, so argumentieren derzeit viele Spitzenpolitikerinnen,1 müsse die deutsche Außenpolitik ihre Rolle in der Welt überdenken. Spätestens seit der Münchner Sicherheitskonferenz Anfang 2014 ist das Thema aus der öffentlichen Debatte nicht mehr wegzudenken. Die Bundesregierung scheint dabei mit der Tradition brechen zu wollen, Außenpolitik als Elitenprojekt zu begreifen: Zu Beginn des Jahres stieß das Auswärtige Amt die Initiative »Review 2014 - Außenpolitik Weiter Denken« an. Hier sollen deutsche und internationale Vertreter aus Diplomatie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu Wort kommen, um ihre Visionen für Ziele und Mittel der deutschen Außenpolitik zu diskutieren und in den Willensbildungsprozess einzubringen. Der nachfolgende Beitrag basiert auf einer kritischen Auseinandersetzung mit den Forderungen nach einer neuen deutschen Rolle, die im Rahmen dieses Projektes veröffentlicht wurde (Spandler/Pfeifer 2014).

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Redaktion und Vorstand von W&F bedanken sich bei der Deutschen Stiftung Friedensforschung,
deren Förderung 2007 diese Internetpräsentation von Wissenschaft & Frieden ermöglicht hat

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Unser Dank gilt der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die 2009 die Überarbeitung dieser Internetseiten förderte